Stellenabbau mit Freiwilligenprogramm

  • Weiterhin habe ich da im Hinterkopf, dass man bei der Rente mit 63 (plus ein paar Monate) nach 45 Beitragsjahren nicht vorher arbeitslos (länger?) sein darf.

    Das kann man umgehen, indem man dem MA einen Minijob in der Hinzuverdienstgrenz gibt, von dem die Sozialabgaben abgeführt werden. Da gibt es keine Probleme mit der AfA und es werden weiterhin Sozialabgaben entrichtet.


    Haben wir schon einige Male gemacht.

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  • Das kann man umgehen, indem man dem MA einen Minijob in der Hinzuverdienstgrenz gibt,

    In diesem Fall geht es aber doch darum, dass die MA von Teilzeit in Vollzeit sollen und dadurch 40 Arbeitsplätze wegfallen. Daher denke ich nicht, dass der AG die Leute dann wieder als Minijob einstellen will.

    Ein Tipp an die Rentennahen MA die hier ein freiwilliges Ausscheiden annehmen wollen: vorher bei der Rentenberatung mal nen Termin machen und sich erkundigen. Dann hat man auch eine Vorstellung davon, was man an Nachteilsausgleich so benötigt. Nicht das es hinterher das böse Erwachen gibt.


    Außerdem Glaube ich , wenn nicht genug freiwillige gehen werden Kündigungsschutzklagen sicher eine große Chance auf Erfolg haben. Ich kündige Lieschen damit Lottchen in Vollzeit gehen kann :/ Und wenn Lottchen dann in Vollzeit ist macht sie von ihrem Recht gebrauch in Teilzeit zu gehen..... :/ Damit würde sie dann ja die ganze wirtschaftliche Struktur des Unternehmens kaputt machen.... =O Ist vielleicht ein wenig weit gesponnen, aber mehr als jemanden mit ner echt guten Abfindung rauszukriegen sehen ich hier nicht.

  • Hallo lustigere Vogel,


    das was ich aufgezeigt habe, ist die Möglichkeit, AN die 63 + X Jahre alt sind und 45 Jahre Rentenbeiträge gezahlt haben, abzugsfrei in Rente zu bekommen obwohl sie den Renten eintritt evtl. erst in 1,5 bis 2 Jahren erreichen.

    AG kündigt AN unter Einhaltung der Kündigungsfrist, dann 2 Jahre ALG1 + Minijob in der Zuverdienstgrenze und Abführung von Sozialabgaben, dann gilt das ganze bei der Rentenversicherung weiter als Rentenbeitrag und beeinflusst nicht den Renteneintritt.

    Das Ganze muss bzgl. der Zeiten natürlich genau berechnet werden.


    Abfindung so berechnen, dass ein Rentendefizit ausgeglichen wird und das die Differenz zwischen bisherigem Gehalt und ALG1 unter Berücksichtigung des Minijobs ebenfalls ausgeglichen wird.


    Bei uns im Unternehmen fahren wir dieses Modell wenn Personal abgebaut werden soll und wenn die Kollegen, die hiervon betroffen sind, das mit gehen wollen.

    Wir haben aber auch Kolleg*innen, die aktiv auf unsere Personalleitung zugehen und aus gesundheitlichen Gründe ausscheiden möchten. Dann wird diesen Kolleg*innen dieses Modell ebenfalls angeboten.


    Wir haben selbst wenn die Zeit bis zum Renteneintritt nicht erreicht werden kann, bei gesundheitlichen Problemen der AN, eine Lösung gefunden. Dann unter Einbeziehung der vollen AU in das Modell.


    Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.


    Übrigens, ich habe bisher noch von keinem MA, mit dem dieses Modell gefahren wurde, anschließend etwas negatives gehört.


    Natürlich muss sich jeder AN vorher bei der Rentenberatung einen Termin holen um zu prüfen, kann ich mir finanziell einen entsprechenden Renteneintritt überhaupt leisten.

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  • Übrigens, ich habe bisher noch von keinem MA, mit dem dieses Modell gefahren wurde, anschließend etwas negatives gehört.

    Ich habe nichts an deinem/eurem Modell auszusetzen, kann mir nur nicht vorstellen, dass es für den AG von Kladior auch nur ansatzweise in Frage kommt. Aber klar kann Kladior das als einen Ansatz mitnehmen ;)

  • Da ist doch im Eingangsbeitrag von Personalabbau die Rede und das von mir aufgezeigte Modell könnte doch auch in das Freiwilligenprogramm als ein Bestandteil aufgenommen werden.

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  • In meinem Unternehemen soll aus wirtschaftlichkeit die Struktur geändert werden. Es soll von Teilzeit auf Vollzeit gewechselt werden, was mitunter zu einem Persolabbau von 40 Arbeitsplätze mit sich ziehen wird.

    Hat jemand schon Erfahrungen oder Ideen zu so einem Freiwilligenprogramm?

    Hallo Kladior,


    die Frage die ich mir stelle, ist dieses Vorgehen überhaupt mit dem Teilzeit und Befristetengesetz vereinbar?

    Auch meiner sicht nicht.

    Auch nicht mit dem Betriebsverfassungsgesetz, denn er will Menschen Kündigen um andere die Beschäftigt sind mehr zu belasten, aus meiner Sicht genau das gegenteil was gepruft werden soll, wenn es um Kündigungen geht.


    Also Anwalt ins Boot holen, Gewerkschaft ins Boot holen den Bürgermeister (Lokalpolitiker) ins Boot holen und zusammen mit denen schauen, ob das im Sinne der Gesetze ist.


    Weg von Teilzeit hin zur Erhöhung der Arbeitslosenzahlen.


    Weiterhin kann kein MA gezwungen werden in Vollzeit zu wechseln!


    Also meinem Arbeitgeber würde ich den Zahl ziehen noch bevor er merkt, das der raus muss


    Gruß

    Rabauke

  • Erstmal ein ganz Dickes Danke an Alle :thumbup:,

    Hab alles aufgenommen und auch schon dem Ausschuß mitgeteilt.

    Zu Moritz, hintergrund der Aktion und dadurch die Ersparniss ist wie folgt. Unser Außendienst besteht aus Sicherstellern (diese sind bereits in Vollzeit) und Inkassobeauftragte = KVU. Im KVU-bereich werden seit Jahren die Auftragszahlen und -qualitäten rückläufig. Es sind also nicht mehr genügend Aufträge vorhanden. Die Sicherstellung ist ein Bereich bei dem die Aufträge steigen.

    Mit der Umstellung auf Vollzeit, werden alle Außendienstler auf Sicherstellung und KVU ausgebildet. Die Inkasso-Aufträge werden dann sozusagen als Auffüllmaterial genutzt. Es sol damit eine volle Auslastung der MA gewährleistet sein und damit auch die Chance den Bereich wieder in schwarze Zahlen zu bringen.

  • Kladior

    Danke für die Erläuterung. Ok, aber dann sieht es zumindest auf den ersten Blick so aus, als würde es tatsächlich Sinn machen, was der AG hier vorhat...


    Als BR würde ich dann aber Wert darauf legen, dass auch umgekehrt die Kollegen im bisherigen KVU-Bereich den anderen Bereich lernen können, um sich als Vollzeitkraft anbieten zu können.


    Die hiermit verbundenen Weiterbildungsmaßnahmen sind ja Maßnahmen gem. §§ 92a, 96, 97 und 98 BetrVG.


    Und wenn der AG hier nur einen Teil qualifizieren will, ist das sicher eine Auswahlrichtlinie gem. § 95 BetrVG (bei der ihr dann volle Mitbestimmung habt!!!).

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!