Pause, wer länger als 6 Stunden arbeitet.

  • Vielen Dank für die vielen Anregungen.

    Sowas haben wir noch nicht in der BV geregelt. Die BV Arbeitszeit betrifft was die Pausen anbelangt nur das was im Gesetz steht. Früher war das alles kein Problem für uns. Wir waren immer ein paar Minuten früher da und haben gestochen und es wurde dann runter gerechnet. Schließlich haben wir eine Planzeit im zwei Wochen Rhythmus und die wird auch durch den Betriebsrat geprüft und natürlich auch abgesegnet und manchmal auch nicht, wenn z. B. Überstunden eingetragen wurde ohne den BR anzuhören.

    Jetzt haben wir einen neuen Arbeitgeber und der will uns natürlich weismachen, dass alles so genau laufen muss und dass eine 6 Stunden Kraft die ja nur 6 Stunden geplant ist sofern sie 1 Minute später sticht eine Pause machen muss. Das ist natürlich nicht richtig.

    Wir haben einige 6 Stunden Kräfte die es betrifft. Der eine möchte eine Pause machen und der andere sagt sich ganz einfach das er lieber 30 Minuten früher zu Hause ist.

    Das Gesetz sagt ja nur wer länger als 6 Stunden arbeitet. Für mich ist die PlanZeit wichtig und so haben wir das früher auch immer gemacht das dann runter korrigiert wurde wenn man ein paar Minuten später gestochen hat. Ist man allerdings viel länger geblieben musste man einen Korrekturzettel ausfüllen.

    Wir haben auch schon beim Gesamtbetriebsrat nachgefragt und die haben das dann bestätigt was uns unser Arbeitgeber mitgeteilt hat. Ich fühle mich jetzt erst mal ein bisschen komisch weil selbst der GbR nicht so wirklich hinter uns steht.

    Unser Arbeitgeber zahlt jede Minute, die gestochen wird. Das ist das Problem, aber es ist natürlich auch schön.

  • hallo gibfein8,


    eine Minute länger ist Länger als 6 Stunden.

    PUNKT.

    Damit ist dann eine Pause Pflicht.


    Das steht nun mal im Gesetz.


    daher macht eine BV zu festen Arbeitszeiten, wenn ihr meint das muss ein. Dann braucht auch nicht mehr gestempelt zu werden sondern nur noch die Anwesenheit erfasst.

    Also beginn um 9 Ende um 15 Uhr, wer eine Minuten zu spät kommt verstößt gegen die Regel, Abmahnung möglich, wer 1 Minuten zu früh geht verstößt gegen die Regel abmahnung und Entgeldreduzierung möglich, prima, oder sorgt für eine clevere Lösung,

    Bei Teilzeit über 4 Stunden bis 6 Stunden werden nach 4 Stunden 15 Minuten Pause gemacht, bei Teilzeit über 6 Stunden Arbeitszeit nach 4 Stunden 30 Minuten Pause gemacht.


    Dann habt ihr eine Win-Win Situation und haltet das Areitszeitgesetz sicher ein.


    Gruß

    Rabauke

  • Hallo gibfein8,


    6:00 Stunden als Obergrenze sind nun mal 6:00 und 6:01 liegt eindeutig über dieser Grenze.

    Euer AG hat genauso recht wie der GBR. Je eher Ihr das akzeptiert, umso eher könnt Ihr Euch Gedanken über sinnvolle Lösungsansätze machen.

  • Also Ihr seid doch auf dem Holzweg!!!!! ^^^^^^


    Es ist doch nur eine Einstellungssache im Stempelsystem wenn ich morgens anstempel läuft meine Arbeitszeit nicht los sondern erst um 07.30 und dies ist hier genauso möglich. Am Arbeitsplatz zu sein bedeutet doch nicht gleichzeitig, dass ich meine Arbeit schon aufgenommen habe!


    gibfein wenn Probleme entstehen ist dies immer ein guter Anlass eine BV zu machen. Und wenn Ihr der Ansicht seid, dass es möglich sein sollte exakt 6 Stunden zu arbeiten ohne minutengenau stempeln zu müssen dann boxt das durch. Die meisten Arbeitgeber stellen lieber ein Stempelsystem um statt ne Einigungsstelle zu bezahlen! ;)

  • nur mal so angemerkt

    Na vielen Dank, dass Du mir endlich mal erklärt hast wie Gleitzeit eigentlich funktioniert 8o


    Aber wie der Schwede schon sagt, darum geht es hier doch gar nicht.

    Die Frage war doch, wenn ich 6 h arbeite die Stechuhr aber 6 h und 4 Minuten anzeigt, muss ich dann eine Pause machen?

    Der AG will das wohl so, die MA aber nicht.

    Letztendlich muss man mit dem AG klären, was er denn eigentlich will:

    Will er die Überstunden (bzw. Minuten) annehmen? - Das wäre jetzt nicht sehr geschickt, denn dann muss er sie vergüten, vom BR genehmigen lassen usw usw, und ja, dann muss auch eine Pause gemacht werden.

    Oder will er sie nicht annehmen? - Das wäre schlauer, wenn dann die Stechuhr ein paar Minuten mehr anzeigt ist das egal. Es gibt keine Überstunden, keine Diskussion mit dem BR (über die Genehmigung von 4 Überminuten) und auch keine Pause.


    Unser Arbeitgeber zahlt jede Minute, die gestochen wird. Das ist das Problem, aber es ist natürlich auch schön.

    Ok, damit ist es klar. Bei 6.01 h muss eine Pause gemacht werden.

    Wenn der AG die komplette, gestochene Zeit als Arbeitszeit wertet und vergütet dann ist das so. Dann muss jeder MA, der keine Pause machen will, selbstständig darauf achten dass er nicht über die 6h kommt.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

    Einmal editiert, zuletzt von Paragraphenreiter () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Paragraphenreiter mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Wir kennen das in unserem Betrieb auch, wir haben hierzu in der Betriebsvereinbarung geregelt, dass in einem gewissen Zeitrahmen (+ 5 Minuten) auf sechs Stunden gekappt wird. Systemtechnisch durchaus machbar.

    Auch wenn die Gesetzeslage dazu eindeutig ist, finde ich es schon einen Irrsinn zu sagen, dass wenn einer, weil er nicht schnell genug an der Stempeluhr war, oder zu viele Leute bei der Stempeluhr waren, anstatt Sechs Stunden und 2 Minuten plötzlich 7 Stunden arbeiten muss, oder dem Arbeitgeber eine halbe Stunde Arbeitszeit schenkt. Auch bei Betriebsräten, die auf solch eine Auslegung des Arbeitszeitgesetzes verharren, haben scheinbar auch nicht verstanden, dass sie für die Mitarbeiter da sind und nicht für die Durchsetzung von Gesetzen.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo Markus,


    einerseits gebe ich Dir Recht, wir Betriebsräte sind für die Mitarbeiter da! Aber manchmal muss man leider auch der böse Bube sein der auf Einhaltung der Gesetze achtet (was eine gesetzliche Aufgabe des BR ist) auch wenn das für den Mitarbeiter erst einmal negativ ist.

    Denn mancher Mitarbeiter muss vor sich selbst geschützt werden!

    gerade die Ruhepausen und Ruhezeiten des ArbZG sind Schutzvorschriften die zum Wohl der langfristigen Gesunderhaltung der Arbeitnehmer gelten.


    eine Regelung wie sie bei euch besteht ist sicherlich sinnvoll, gerade wenn es nur wenige Orte gibt an denen die Erfassung der Arbeitszeit erfolgen kann und dadurch auch entsprechende Wegstrecken entstehen, anderseits muss der Betriebsrat aber hier genau darauf achten dass die Schutzfunktion des ArbZG hier nicht unterlaufen wird, denn der AG könnte auf die Idee kommen Warum nur 5 Minuten? kappen wir doch gleich alles was bis zu 10 Minuten oder gar 15 Minuten darüber ist.


    Auf der anderen Seite sollte das Kappen aber nicht nur auf die Minuten die zusätzlich erfolgen angewendet werden sondern auch auf die Minuten die der AN möglicherweise früher ausstempelt, denn ansonsten wird er durch die Hintertür gezwungen länger zu arbeiten weil er maximal auf Null kommen kann.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Denn mancher Mitarbeiter muss vor sich selbst geschützt werden!

    gerade die Ruhepausen und Ruhezeiten des ArbZG sind Schutzvorschriften die zum Wohl der langfristigen Gesunderhaltung der Arbeitnehmer gelten.

    Sorry Bernd,


    auch wenn ich dir grundsätzlich Recht gebe, und das auch genau so halte, aber so mancher BR scheint gelegentlich tatsächlich der Meinung zu sein, dass es erhebliche gesundheitliche Folgen hat, wenn der Mitarbeiter seine Pause nach 6 Stunden und 5 Minuten macht anstatt nach 6 Stunden.


    Mahl ehrlich, ist hier tatsächlich irgendjemand der Meinung, dass da irgend ein Hahn danach kräht? Selbst das Gewerbeaufsichtsamt hat bei uns nichts gesagt, obwohl es explizit nach Arbeitszeitverstößen gesucht hat.


    Der Arbeitgeber kann auch nicht einfach sagen, "Kappen wir doch einfach nach 10 oder 15 Minuten", denn dafür ist ja dann der BR da, dem entgegenzuwirken und seine Zustimmung zu der Maßnahme zu verweigern bzw. eine Unterlassung zu erwirken.


    Leider haben wir eine Karenzzeit in beide Richtungen nicht hinbekommen, aufgrund des Gesamtergebnisses unserer Bv haben wir da den Gang zur Einigungsstelle gescheut. Aber du hast Recht, versuchen sollte man das auf alle Fälle.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Wenn die Stempeluhr richtig eingestellt ist dann sind es nur 6 Stunden Arbeitszeit und es wird gegen kein Gesetz verstoßen!

    Die Arbeitszeit wird nicht weniger dadurch, nur die erfasste Zeit (wollte auch mal Korinthenkacker sein).

    Aber tatsächlich war bei uns auch mal das Gewerbeaufsichtsamt im Haus. Hier ging es um die Einhaltung der 10 Stunden. Und da hat der AG so viel gejammert: wir haben Gleitzeit, wie soll ich das bei jedem prüfen.... und ich kann sie doch nicht rausprügel.... was mach ich nur wenn jemand unbemerkt länger bleibt.... Und da hat das Gewerbeaufsichtsamt tatsächlich dem AG geraten die Zeiten über 10 Stunden einfach zu streichen. Frei nach dem Motto mehr als nicht bezahlen kannst du die Stunden nicht, damit hast du alles getan um es zu verhindern.


    Das ist sicher bei jedem Gewerbeaufsichtsamt anders, aber diese Regelung bei uns mit den 10 Stunden könnte man tatsächlich dann auch auf 6 Stunden runterbrechen. Machst du keine Pause streiche ich alles über 6 Stunden oder ich ziehe die Pause einfach ab, wenn du sie nicht machst wie soll ich dich dazu zwingen. Da wäre ich dann auch eher beim Streichen der paar Minuten morgens und abends.

  • Ich bin zwar keine 6H Kraft, aber manchmal arbeitet man ja auch nur 6 Stunden am Tag innerhalb der Gleitzeit. Dabei wird bei uns die Anwesenheit über 6 Stunden als Pausenzeit berechnet, (reguläre Pausen müssen bei uns nicht gestochen werden)

    Für unsere Mitarbeiter im Schichtsystem werden die Zeiten zu den Anfangs- und Endzeiten gekappt. Muss ich mal ein paar Minuten länger bleiben, wird ein Korrekturbeleg ausgefüllt und vom Vorgesetzten gegengezeichnet.


    Was die 10 Stundenregelung angeht, gibt es für die Mitarbeiter mit beruflichem Mailaccount mehrere Erinnerungsmails, die auf die Startzeit verweisen, auf die notwendige zusätzliche Pause und höflich aber bestimmt darauf hinweisen, das man sich doch endlich von der Arbeit losreißen sollte ;)

    Die Mails werden automatisch generiert und haben verschiedene Level. Je nach Level wird der Verteiler erweitert.

  • Die Arbeitszeit wird nicht weniger dadurch, nur die erfasste Zeit

    Jain. Ja, im Prinzip hast Du natürlich nicht ganz unrecht ;)


    Auf der anderen Seite, analog zur bereits genannten Regelung zur 10 Stunden Grenze, führt eine Kappung dazu, dass der AG sagt: ich nehme mehr als 6 Stunden Arbeit am Stück, wegen des Verstoßes gegen das ArbZG, nicht an. Und wenn der AG die Zeit nicht annimmt, ist es persönliches Vergnügen des AN, wie er die Stempeluhr bedient. :saint:


    Und, liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst uns doch bitte mal auf dem Teppich bleiben: es geht hier doch gar nicht darum, eine Regelung zu finden, um das ArbZG zu umgehen, sondern eine sinnvolle Lösung zu finden, die a) dem Sinn und Zweck des Gesetzes entspricht und b) nicht zu "unbilligen Härten" (bewusst in "" ) für die Kollegen führt.


    D.h. eine Regelung, dass Arbeitszeiten in einem gewissen Korridor einfach gekappt werden, ist hier, jedenfalls meiner Meinung nach, die deutlich sinnvollere.

    Korridor meint hier, dass man z.B. definieren könnte, wenn die Arbeitszeit über 6 Stunden, aber unter 6 Stunden 15 Minuten liegt (nur als Beispiel!), die Zeit über den 6 Stunden einfach als (nicht gestempelte, aber genommene) "Pause" gewertet werden. (Wird bei uns tatsächlich genau so gehandhabt, wobei unser Korridor da exakt den 30 Minuten entspricht, sprich, liegen zwischen Ein- und Ausstempeln mehr als 6 Stunden, aber weniger als 6 Stunden 30, werden zwar die Stempelzeiten exakt erfasst, aber als Arbeitszeit wird genau 6 Stunden angerechnet. Liegen dazwischen mehr als 6 Stunden 30, werden 30 Minuten Pause abgezogen und der Rest als Arbeitszeit gutgeschrieben (Beispiel: bei 6 Stunden 47 Minuten, werden 6 Stunden und 17 Minuten gutgeschrieben))


    Das gab am Anfang einigen Unmut von Kollegen, die meinten, wenn sie doch so engagiert wären und eben nicht nach exakt 6 Stunden "den Bleistift fallen lassen" müsse der AG das gefälligst honorieren. Wir haben, als BR, den Kollegen dann erklärt, dass er das nicht honorieren darf, da das ArbZG an der Stelle eindeutig ist und keine Ausnahme zulässt. Es stünde ihnen ja frei eine Pause zu stempeln, dann bekämen sie die Arbeitszeit auch entsprechend angerechnet.


    Fazit: Natürlich hat der AG (und euer GBR) Recht, wenn er sagt, er könne keine Arbeitszeiten über 6 Stunden akzeptieren. Aber die Lösung muss eben nicht zwangsläufig sein, dass der AN hier in die Pause gezwungen wird. Es gäbe auch noch andere legale Möglichkeiten (eben die Arbeitszeit einfach nicht anzunehmen).

    Als BR habt ihr hier eine gute Möglichkeit mitzubestimmen, da das ganz klar ein Fall von § 87 (1) Ziffer 1, 2 und 6 BetrVG ist.


    Pausen sind Sinnvoll und wichtig.

    Dem will ich nicht mit einer Silbe widersprechen.

    6 Stunden am Stück volle Leistung bringen ist eh schwer möglich.

    Wohl auch nicht falsch, aber wie heißt es so schön? Geschuldet ist Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte. Von voller Leistung sollte also gar nicht die Rede sein. ;) (Und wenn es den AG stört, dass AN so planen zu arbeiten, dann muss er sich mit denen einigen, wie das zu laufen hat. Als BR kann ich hier nur sagen: das Gesetz lässt es zu, also werde ich hier keine künstlichen Hürden einbauen.)


    NACHTRAG:

    Die Erfahrung (jedenfalls bei mir/uns) zeigt, dass die Kollegen hier sehr schnell lernen damit umzugehen. Wenn sie nämlich merken, dass sie ihr Tagessoll nicht schaffen in der Zeit, nehmen sie sich die Pause, weil sie ja nicht "für umme" arbeiten wollen. Damit bleiben die gekappten Minuten wirklich im marginalen Bereich.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

    Einmal editiert, zuletzt von Moritz () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Moritz mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Jetzt kaufen wir dem Rabauken erstmal ein Eis, weil er hier sooo oft weinen musste. 8o


    Wenn von den MA tatsächlich 6h ohne Pause gewünscht sind, würde ich es mir (als BR) hier vermutlich leicht machen und einfach bei den TZ-MA keine Überstunden genehmigen. Zack, Problem erledigt. Damit ist dem AG die Entscheidung abgenommen, er kann die 4 Minuten nicht mehr annehmen (weil es nicht genehmigte Überstunden sind) und wie er das mit seiner Stechuhr auf die Kette kriegt ist sein Problem.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Und, liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst uns doch bitte mal auf dem Teppich bleiben: es geht hier doch gar nicht darum, eine Regelung zu finden, um das ArbZG zu umgehen, sondern eine sinnvolle Lösung zu finden, die a) dem Sinn und Zweck des Gesetzes entspricht und b) nicht zu "unbilligen Härten" (bewusst in "" ) für die Kollegen führt.

    Genau mein Reden, auch wenn ich es nicht so schön sachlich sein konnte, wie du. Hab zur Zeit ein wenig zu viele unangenehme Dinge in zu wenig Zeit zu tun, da fällt mir das sachlich bleiben etwas schwer.


    Wobei ich sagen muss, dass mit eure "Lösung" da fast ein wenig zu weit geht.

    wobei unser Korridor da exakt den 30 Minuten entspricht, sprich, liegen zwischen Ein- und Ausstempeln mehr als 6 Stunden, aber weniger als 6 Stunden 30, werden zwar die Stempelzeiten exakt erfasst, aber als Arbeitszeit wird genau 6 Stunden angerechnet.

    Auch wenn sich das bei euch wirklich eingespielt hat und die gekappten Minuten sehr gering sind, so könnte der Arbeitnehmer trotzdem immer wieder 6,5 Stunden arbeiten, ohne dass er Pause macht. Das ginge mir zu weit. Aber ich bin mir sicher, dass ihr euch über diese Thematik auch Gedanken gemacht habt, und diese Regelung mit Bedacht getroffen habt und auch regelmäßig prüft, ob sich die AN an die 6 h halten oder ob sie es übertreiben.


    Ob die Regelung jetzt wirklich Gesetzeskonform ist, wage ich zu bezweifeln, da meines Wissens die Pausen weder direkt an den Arbeitsbeginn oder an das Arbeitsende gelegt werden dürfen.

    Damit ist dem AG die Entscheidung abgenommen, er kann die 4 Minuten nicht mehr annehmen (weil es nicht genehmigte Überstunden sind) und wie er das mit seiner Stechuhr auf die Kette kriegt ist sein Problem.

    Das stimmt so aber auch nicht! Nur weil es keine Genehmigung durch den BR gibt, heißt das nicht, dass über 6 oder 10 Stunden geleistete Arbeit plötzlich keine Arbeitszeit mehr ist. Diese Zeit zählt trotzdem zur Arbeitszeit dazu und der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer aktiv davon abhalten, die Mehrarbeit zu leisten. Der BR könnte den Arbeitgeber sogar mittels Beschlussverfahren dazu zwingen, diese ungenehmigte Annahme der Arbeit zu unterlassen. Dennoch muss er die Zeit vergüten und darauf achten, dass die Pausen gemacht werden.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Bei den ganzen Vorschlägen welche eine Kappung der Arbeitszeit über 6 Stunden so für einfach möglich macht, entweder Zeiterfassung oder BV, der möge mal die Berufsgenossenschaft befragen wie die zu dem Thema steht.

    Wenn dann da Unfälle im Betrieb passieren welche außerhalb der erfassten Arbeitszeit liegen oder auf dem Arbeitsweg nach Hause passieren wird da nicht mehr lachen. Weil die BG vielleicht auch genau prüft warum da 15 Minuten vielleicht nicht mehr zu einem direkten Heimweg passen.

    Bevor wir einfache oder komplizierte Gesetzen/Verordnungen erlassen sollten wir es vielleicht mit etwas einfachen wie Hochdeutsch versuchen :)

  • Auch wenn sich das bei euch wirklich eingespielt hat und die gekappten Minuten sehr gering sind, so könnte der Arbeitnehmer trotzdem immer wieder 6,5 Stunden arbeiten, ohne dass er Pause macht. Das ginge mir zu weit. Aber ich bin mir sicher, dass ihr euch über diese Thematik auch Gedanken gemacht habt, und diese Regelung mit Bedacht getroffen habt und auch regelmäßig prüft, ob sich die AN an die 6 h halten oder ob sie es übertreiben.

    So, wie ich Moritz verstehe, muss der AN das selber wissen, denn es werden innerhalb der 6,5 Stunden lediglich 6 Stunden vergütet. Wer also 6,5 Stunden arbeitet bekommt entweder 0,5 Stunden nicht bezahlt oder braucht dafür 7 Stunden Zeit.

  • Also wir haben einmal unseren Betreuer von der BG gefragt. Natürlich nicht schriftlich und offiziell sondern unter vier Augen. Da war die Antwort, dass wegen ein paar Minuten niemand rumtut, solange es nicht übertrieben wird. Er hat aber auch gemeint, dass eine schriftliche Antwort auf eine offizielle Frage anders lauten würde.


    So, wie ich Moritz verstehe, muss der AN das selber wissen, denn es werden innerhalb der 6,5 Stunden lediglich 6 Stunden vergütet. Wer also 6,5 Stunden arbeitet bekommt entweder 0,5 Stunden nicht bezahlt oder braucht dafür 7 Stunden Zeit.

    Auch wenn das die AN selbst entscheiden können, geht mir diese Regelung zu weit. Da bin ich wieder bei Bernd_47 , dass ich die MA vor sich selbst schützen muss. Auch der Arbeitgeber wäre hier sicherlich in der Pflicht, einzuschreiten und eine Pause anzuordnen.


    Wo hier die genaue Grenze liegt, ab der der Arbeitgeber mit Ärger rechnen muss, ist mit Sicherheit vom Sachbearbeiter der GA bzw. der BG abhängig.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

    Einmal editiert, zuletzt von Markus 1973 ED () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Markus 1973 ED mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • so könnte der Arbeitnehmer trotzdem immer wieder 6,5 Stunden arbeiten, ohne dass er Pause macht.

    Ja, könnte er. Und ja, es gibt tatsächlich Kollegen, die lieber 10 Minuten unbezahlt arbeiten, als (noch) eine halbe Stunde länger zu bleiben. Aber dadurch, dass das nicht bezahlt (weil als Arbeitszeit nicht angenommen) wird, hält sich das in Grenzen und bleibt die Ausnahme.


    Die Frage ist: wie willst du das kontrollieren? Wir sind alle Schreibtischattentäter und haben Gleitzeit. Würden alle zu einer bestimmten Zeit anfangen, könnte man genau sehen, wer länger macht. So ist es aber nicht. Und hier müssten wir also entweder den "Überwachungsstaat" einführen (jeder Vorgesetzte erhält jeden Tag die Liste, wann seine Schäfchen eingestempelt haben und wann sie zu gehen haben) oder wir müssen es erwachsenen Menschen überlassen sich vernünftig zu verhalten. Solange die Zeiten einfach angenommen wurden, gab es in der Tat einige, die meinten, sie könnten ja jeden Tag 15 Minuten länger machen, damit sie Freitags eine Stunde eher gehen können. Seit klar ist, dass die Pausen zwingend einzuhalten sind, gibt es immer mal wieder Ausnahmen, aber regelmäßig für umme arbeiten - das macht keiner.


    Ob die Regelung jetzt wirklich Gesetzeskonform ist, wage ich zu bezweifeln, da meines Wissens die Pausen weder direkt an den Arbeitsbeginn oder an das Arbeitsende gelegt werden dürfen.

    Wer sagt denn, dass die Pausen am Anfang oder am Ende gelegen haben? Das ist doch nur deine Interpretation. ;)

    Irgendwo dazwischen hat der Kollege mal Pause gemacht, sie aber nicht protokolliert, weil sie ohnehin am Ende abgezogen wird. (Machen übrigens viele unserer Kollegen in Vollzeit ganz genauso!)


    Weil die BG vielleicht auch genau prüft warum da 15 Minuten vielleicht nicht mehr zu einem direkten Heimweg passen.

    Das Problem haben wir so gar nicht. Was ich vergessen habe zu schreiben: selbstverständlich werden die Stempelzeiten exakt erfasst. Wenn der Kollege morgens um 07:56 ein- und um 14:07 ausstempelt, dann wird das genau so protokolliert. Trotzdem werden nur 6 Stunden Arbeitszeit gutgeschrieben. Wenn er jetzt also um 14:11 auf dem Parkplatz "über den Haufen gefahren wird", passt die Zeit exakt zum Ende seiner protokollierten Arbeitszeit. (Der Arbeitgeber wollte hier tatsächlich einfach die Zeiten kappen und die Stempelzeiten dahingehen korrigieren. Damit hätten wir aber keine Möglichkeit mehr gehabt zu überprüfen, ob es wirklich zurückgeht und der Kollegen hätte u.U. genau dieses Problem gehabt. Deswegen trennen wir quasi "protokollierte Zeiten der Anwesenheit" und "angenommene Arbeitszeit".

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Deswegen trennen wir quasi "protokollierte Zeiten der Anwesenheit" und "angenommene Arbeitszeit".

    ist bei uns für die kaufm. TZ-MA genauso geregelt, für die Beschäftigten im Schichtbetrieb aber auch

    You choose your leaders and place your trust as their lies wash you down and their promises rust (MMEB Going Underground)