Dienstplanausschuss - Welche Aufgaben hat er?

  • Hallo zusammen,


    ich möchte dem Gremium einen neuen Ausschuss vorstellen (Dienstplanausschuss), weiß aber nicht so ganz genau, welche Aufgaben man dort noch so zu erledigen hat.


    Ich weiß, dass wir bei den Schichtplänen mitreden können. Aber welche Aufgaben fallen da noch mit ein?


    Es wäre so lieb von euch, wenn ihr noch die einzelnen Stichwörter genauer erklären würdet.


    Ich arbeite in einem großen Unternehmen mit 550 Mitarbeitern in der Logistik. Bei uns wird hauptsächlich in verschiedenen Bereichen kommissioniert. Wir haben in einigen Bereichen auch Schonarbeitsplätze.


    --> Das Ziel ist es, die Benachteiligung von Beschäftigten bei der Dienstplanung zu verhindern und eine Verteilungsgerechtigkeit zu gewährleisten!


    Ich bitte um Hilfe..


    Ich bin für jede Antwort dankbar...

  • Welche Aufgaben ein Ausschuss zu erledigen hat und wie Ihr den Ausschuss nennt entscheidet Ihr per Beschluss.

    Es gibt keine gesetzlichen Regelungen zu so etwas wie einem "Dienstplanausschuss", also was der am Ende für Aufgaben hat und ob er alleine Beschlüsse fassen darf oder nur Beschlüsse für den BR vorbereitet, müsst Ihr im einzelnen beschließen.

    Klassischer Weise übernimmt ein Dienstplanausschuss die Aufgaben nach § 87 Abs. 1 Nr. 2, also die Mitbestimmung bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit. In der Praxis heißt das meistens, das dem Dienstplanausschuss alle Dienstpläne zur Prüfung vorgelegt werden. Ob der Ausschuss dann nur prüft, dem BR das Ergebnis mitteilt und der BR dann zustimmt oder ablehnt, oder ob der Ausschuss eigenständig die Zustimmung/Ablehnung beschließen darf, müsst Ihr vorher per Beschluss festlegen.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • Moin,


    folgende Themenbereiche sehe ich rund um das Thema Dienstplan. Vieles davon sollte (falls noch nicht geschehen) Bestandteil einer BV zum Thema Arbeitszeitgestaltung werden:

    • Schichtmodelle (nichtr absteigend, ggf. im Block nur eine Schichtart)
    • Länge der Schichtblöcke (z.B. nicht mehr als 5 Tage am Stück)
    • Regelung zur Freizeit zwischen Schichtblöcken (über das Arbeitszeitgesetz hinausgehend)
    • Länge, Lage und Verteilung der Pausen (idealerweise in der Eingenverantwortung des MA)


    • Prozess der Dienstplanfreigabe. Fristen, Ansprechpartner, Regelungen bei Verstreichen von Fristen
    • Prozess Nachbesetzung bei personellen Ausfällen, hier auch Beteiligung des BR


    • Fragen des Datenschutzes, Wege der Veröffentlichung
    • Ggf. ein Verfahren zum "Schichttausch" zwischen Mitarbeitern


    • Urlaubsgrundsätze (ein komplett eigener Themenkomplex, dazu gibt es hier auch schon zahlreiche Threads)
  • weiterhin:

    die Bearbeitung der Mehrarbeitsanträge (Genehmigung/Ablehnung von Mehrarbeit)


    die vorbereitung fürden BR zur behandlung von Sonn- und Feiertagsanträgen

    die selbstständige Kontaktaufnahme mit den Behörden bei Fragen zur Lage der Arbeitszeit


    und und und

    #

    Darum haben wir das auch Arbeitszeitausschuss genannt.

  • Hallo. Ich bedanke mich für die Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen. Zwei Fragen hätte ich noch zum Ausschuss.


    1. Wir sind 21 Betriebsräte bei uns im Unternehmen. Brauchen wir die einfache Mehrheit für die Gründung eines Ausschusses oder die absolute Mehrheit?


    2. Nachdem man einen Ausschuss gegründet hat, weißt man ja die jeweiligen Aufgaben dem Ausschuss zu und fasst dazu die Beschlüsse. Wie ist es, braucht man auch hier die einfache - oder absolute Mehrheit, die Aufgaben an den Ausschuss zuzuweisen?


    Ich bedanke mich bei euch!


    LG

  • Hallo Captain_Osi,


    21 GBR Mitglieder (Unternehmen =GBR). Nun da müssen auch die Stimmenpakete berücksichtigt werden.

    Es reicht die einfache Mehrheit der Stimmenpakete.

    Beauftragt wird der Ausschuss durch einen GBR-Beschluss der jederzeit vom GBR auch wieder entzogen werden kann. Hierzu bedarf es die Qualifizierte Mehrheit (absolute Mehrheit)


    Mehrarbeit und Arbeitszeit sind aber Lokale Themen und keine GBR Themen, die Gehören somit in den Betriebsrat des Betriebes und nicht in den GBR des Unternehmens.

    Für eine Arbeitsgruppenbildung Ausschussbilung auf lokaler Ebene (BR) gelten die gleichen Regeln.


    Schau dir dazu mal den §28 BtrVG an und die folgenden an.


    Gruß

    Rabauke

  • Rabauke, wo liest du GBR? Ich dachte Captain_Osi schreibt als BR. Aber vielleicht überlese ich auch was...ist schließlich Montag... :saint:

    er schreibt der BR des Unternehmen und nicht der BR des Betriebes ;) .

    kann aber auch sein dass ich das falsch interpretiert habe und das Unternehmen nur aus einem Betrieb besteht, soll es ja auch noch geben.

    Daher auch meine Antwort für den Betrieb mit dem § 28BetrVG und folgende ;)