Neuer Arbeitsvertrag nach Jobcodewechsel?

  • Hallo,

    uns wurde im Rahmen einer Anhörung der Jobcodewechsel (und auch Wechsel in ein anderes Sales Team) eines Kollegen vorgelegt. Das alte Team wird bis auf eine Rumpfmannschaft aufgelöst - die Kollegen wechseln in andere Teams. Alles, bis auf die spezifischen Aufgaben bleibt gleich - die Vergütung - der Bonus - Arbeitszeit - Urlaub usw. Nur Manager und Team ändern sich.
    Nun wurde dem Kollegen überraschend ein neuer Arbeitsvertrag (natürlich wesentlich komplexer als der alte) zur Unterschrift vorgelegt.
    Fragen:

    • Ist das überhaupt rechtens? Es gab auch keine vorhergehende Änderungskündigung.
    • Was könnten die Hintergründe sein? Will man sich ggf. von dem Kollegen trennen und versucht das mittels eine neues Arbeitsvertrages?
    • Müssten wir als Betriebsrat bei der Anhörung, die unter "Jobcodewechsel" lief, nicht auch über diese gravierende inhaltliche Veränderung informiert werden?


    Der Kollege hat sich an uns gewendet, weil er nun natürlich unsicher ist, wie er sich verhalten soll. Grundsätzlich ist das ja individualrechtlich zu sehen, heißt, wir haben wenig mitzureden. Oder sehe ich das komplett falsch?


    Wie gesagt, bisher haben wir von solch einem Vorgehen noch nicht gehört und vermuten deshalb, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Aber auch zukünftig möchten wir über ein solches Vorgehen zumindest informiert werden.


    Lieben Dank euch allen für euer Feedback!

  • 1. Ja klar kann der AH (oder auch der AN) dem Vertragspartner einen neune Vertrag vorlegen. Nur muss der Vertragspartner diesen ja nicht unterschreiben. Das kann er nicht durchsetzen. DAs ginge in der Tat nur über eine Änderungskündigung.

    2. Hintergründe können sein, dass der AG die AV harmonisieren will. Oder Dinge der neuen / geänderten Rechtsprechung anpassen will, damit es klarer wird. DAs müssen nicht unbedingt "böse" Absichten sein

    Von daher sollte man die Verträge Punkt für Punkt prüfen oder auch prüfen lassen, ob sie ene Verschlechterung zum alten bestehenden AV darstellen oder nicht.

    3. Nein der BR muss nicht informiert werde, soweit es sich nicht um einen Formulararbeitsvertrag handelt. Die Anhörung Jobcodewechsel - mit Änderung des Team / andere Einheit ist eine Versetzung. Und dazu seid ihr ja angehört worden.

  • Hallo Heidelbergerin,


    auch bei uns werden zum Teil die Arbeitsverträge dann "aufgefrischt".

    Wir haben hier Kollegen, die haben vor 30 Jahren angefangen, da gab es noch keine Schichtarbeit und dementsprechend ist in dem Arbeitsvertrag noch die tagesschicht von Mo bis Freitag hinterlegt.

    Mitlerweile arbeiten aber alle anders, wenn dann das andere durch einen neuen Arbeitsvertrag auc hfestgelegt wird ist das nichts schlechtes. Daher, den alten Vertrag nehmen, den neuen Vertrag nehmen, schauen was sich Inhaltlich geändert hat. Wenn keine Verschlechterungen drin sind, nur der neue AV den neuen Gegebenheiten (z.B. Gleitzeit statt feste Arbeitszeit) beinhaltet, dann spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen den zu Vereinbaren. Wichtig ist aus meiner Sicht jedoch, das in dem neuen Arbeitsvertrag das Einstelldatum des alten drin steht (wegen Kündigungsfristen etc).


    gruß

    Rabauke