BR-Mitglied in Quarantäne - Ersatzmitglied einladen

  • Hallo zusammen,


    ein BR-Mitglied ist aufgrund der Vorgaben vom Arbeitgeber in Quarantäne - 2. negativer Test muss erst vorliegen nach Rückkehr aus einem Risikogebiet (wurde es während des Urlaubs vom Mitarbeiter) dann darf der Mitarbeiter wieder ins Büro kommen.


    Darf ich jetzt ein Ersatzmitglied einladen?

    Unsere Sitzungen finden seit einiger Zeit wieder als Präsenzsitzungen statt.

  • Ich würde sagen ja, da ich die Quarantäne als Verhinderungsgrund betrachten würde.

    Das Leben ist Veränderung

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  • Sollte es keine Möglichkeit geben, dass das BRM über Videokonferenz teilnehmen kann, dann sehe ich auch einen klaren Verhinderungsgrund und es ist nachzuladen.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 7er Gremium, kein Tarif, GBRM

  • also die Quarantäne ist eigentlich keine, denn sie kommt ja vom AG und nicht vom Amt.

    Das BR-Mitglied wird also durch den AG am Betreten des Firmengeländes gehindert oder wie?

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Wenn man es so nennen will, ja der AG hat angeordnet, dass die Mitarbeiter nicht ins Büro kommen dürfen.

    Ob Homeoffice in der Zeit zu leisten ist wird von Fall zu Fall entschieden - muss eben da auch passen.

  • dann sehe ich das anders als die beiden Vorredner.

    Das BR-Mitglied kann zur Sitzung erscheinen denn es ist nicht in behördlicher Quarantäne und ich bin mir nicht sicher ob der AG die Teilnahme verwehren darf und das nicht sogar an Behinderung der BR-Arbeit grenzt.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Hallo Charly,


    ich gehe mal davon aus, dass die Verordnung eures Landes das so vorsieht mit der Quarntäne.

    Aus meiner Sicht kann Ersatz eingeladen werden.


    Wir wollen ja keine Vierenschleuder wie in Bayern die mal eben über 50 Menschen ansteckt, nur weil Sie auf Partys will, trotz Quarantäne


    Gruß

    rabauke

  • Habt ihr denn mit dem AG eine Regelung getroffen, dass erst der zweite Negativtest vorliegen muss? Wäre für mich Ordnung des Betriebes...übrigens auch bei Duldung solltet ihr nicht mitbestimmt haben.


    Bedeutet ja, meiner Ansicht nach kannst du Ersatz laden.

  • dass die Verordnung eures Landes das so vorsieht mit der Quarntäne

    das passt aber nicht zu


    ja der AG hat angeordnet, dass die Mitarbeiter nicht ins Büro kommen dürfen


    Daher bleibe ich bei meiner Aussage nur wegen der Anordnung des Fernbleibens von der Arbeit durch den AG, der im übrigen niemandem eine Quarantäne anweisen kann, allein ist kein Ersatz zu laden. Wenn das BR-Mitglied sich aufgrund dessen als verhindert erklärt kann man drüber reden, würde ich aber nicht machen sondern den AG mal vorsichtig fragen ob er vom wilden Affen gebissen wurde oder warum er einem BR-Mitglied die Teilnahme an einer Sitzung verbietet.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • sondern den AG mal vorsichtig fragen ob er vom wilden Affen gebissen wurde oder warum er einem BR-Mitglied die Teilnahme an einer Sitzung verbietet.

    Vielleicht tut er das aus Sicherheitsgründen. Es gibt Firmen, die schicken auch Mitarbeitende nach Hause, sobald ein Familienmitglied in angewiesener Quarantäne ist. Der Betriebsrat ist im Idealfall ein guter Querschnitt durch das Unternehmen und damit die Sitzung eher ein Superspreader-Ereignis. Ich kann die Entscheidung des Arbeitgebers gut verstehen und behaupte einfach mal, dass das der übliche Umgang im Unternehmen ist und nur hier zufällig ein BR-Mitglied getroffen hat. So lange das ohne Verdisntausfall passiert ist doch alles tutti.

    Ich würde hier auch eine Verhinderung sehen und ein Ersatzmitglied einladen. Wenn das BR Mitglied aber unbedingt teilnehmen möchte, dann würde ich - das ist ja zumindest zulässig - prüfen, ob eine Teilnahme per Videokonferenz machbar wäre.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei jedem Thema versucht wird, dem AG möglichst doll eins auszuwischen.

  • Vielleicht tut er das aus Sicherheitsgründen. Es gibt Firmen, die schicken auch Mitarbeitende nach Hause, sobald ein Familienmitglied in angewiesener Quarantäne ist. Der Betriebsrat ist im Idealfall ein guter Querschnitt durch das Unternehmen und damit die Sitzung eher ein Superspreader-Ereignis. Ich kann die Entscheidung des Arbeitgebers gut verstehen und behaupte einfach mal, dass das der übliche Umgang im Unternehmen ist und nur hier zufällig ein BR-Mitglied getroffen hat. So lange das ohne Verdisntausfall passiert ist doch alles tutti. Ich würde hier auch eine Verhinderung sehen und ein Ersatzmitglied einladen. Wenn das BR Mitglied aber unbedingt teilnehmen möchte, dann würde ich - das ist ja zumindest zulässig - prüfen, ob eine Teilnahme per Videokonferenz machbar wäre.

    Ich stimme meinem Vorredner vollumfänglich zu, und zwar sowas von.

  • mann kann ja glücklicherweise unterschiedliche Meinungen haben und bei uns wird man dafür auch nicht entführt oder so was.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei jedem Thema versucht wird, dem AG möglichst doll eins auszuwischen.

    Den Satz muss ich in diesem Thread wohl auf mich beziehen, ist mir aber auch egal denn ich kenne die Wirklichkeit natürlich nur in unserem Unternehmen. Wir machen Präsenzsitzungen unter Einhaltung der Abstandseregeln, mit Maske usw. Also wo bitte soll da ein Superspreader-Ereigniss stattfinden? Und wenn wir als BR dieser Regelung nicht zugestimmt haben und das haben wir nicht..kann natürlich bei Charly anders sein, aber dann sollte er das sagen..kann/darf der AG das erstmal nicht so machen und dafür könnt ihr mich hier gerne steinigen, aufhängen teeren und federn, da bleibe ich bei!

    Behördliche Anordnung ist ganz klar, alles was darüber hinaus geht ist Ordnung und Verhalten im Betrieb!

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • dann sehe ich das anders als die beiden Vorredner.

    Das BR-Mitglied kann zur Sitzung erscheinen denn es ist nicht in behördlicher Quarantäne und ich bin mir nicht sicher ob der AG die Teilnahme verwehren darf und das nicht sogar an Behinderung der BR-Arbeit grenzt.

    Hallo

    Dem hier möchte ich voll zustimmen. Dem BRM muss die Teilnahme ermöglicht werden, wenn er möchte.

    Es wird kein EBRM Nachgeladen. Möchte er nicht wird Nachgeladen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Für beide Standpunkte gibt es gute Argumente (ich persönlich bin da eher bei Winfried).

    Aber abschließend wird das wahrscheinlich niemand beantworten können, da (meines Wissens) nicht abschließend geklärt ist, ob eine (durch den AG angeordnete) Quarantäne als Verhinderungsgrund anerkannt wird, oder nicht.


    Ich würde als erstes mal mit dem betroffenen BRM sprechen. Formal ist es ja nun mal so, dass im ersten Schritt das BRM ja seine Verhinderung beim BRV anzeigen muss. Wenn sich das BRM also für verhindert erklärt, würde ich die Begründung "Quarantäne" akzeptieren und nachladen. Wenn sich das BRM nicht für verhindert erklärt, würde ich entsprechend nicht nachladen.

    Letztendlich muss jedes BRM selbst entscheiden, wie es sein Amt wahrnimmt und dazu gehört auch die Teilnahme an den Sitzungen. Es gibt hier gute Gründe der Sitzung fern zu bleiben, aber (bei einem soliden Hygienekonzept für die Sitzungen) keine zwingenden. Entscheiden kann (und muss) das nur das betroffene BRM selbst, das Gremium kann weder die Teilnahme verlangen, noch verbieten.

  • Aber abschließend wird das wahrscheinlich niemand beantworten können, da (meines Wissens) nicht abschließend geklärt ist, ob eine (durch den AG angeordnete) Quarantäne als Verhinderungsgrund anerkannt wird, oder nicht.

    Ich denke, damit hast du einigermaßen Recht. Allerdings sehe ich schon ein paar Anhaltspunkte, dass das Betriebsratsmitglied in die Sitzung kommen darf. Mein Hauptargument:


    Der Arbeitgeber kann/darf keine Quarantäne anordnen. Dies obligt den Behörden. Ein Arbeitgeber kann einen Mitarbeiter nur freistellen und für diese Zeit ein Hausverbot erteilen. Hierzu gibt es aber (natürlich mit anderem Hintergrund) Rechtssprechung. In der Regel wird davon ausgegangen, dass ein BRM trotz Freistellung und Hausverbot seine Betriebsratstätigkeit weiter nachgehen darf.


    Sollte das BRM aber selbst sagen, dass es sich lieber zu Hause absondert und niemanden gefährden möchte, so denke ich, dass man dies durchaus als Verhinderungsgrund werten darf.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • nun bei einem Sprayer nutzt auch das beste Hygienekonzept nichts. Die Aresole sind nun mal im Raum und können auch Personen Anstecken, die alles tun um die Ansteckung zu vermeiden.


    daher ich bleibe dabei, für mich verhindert

  • Es zählen hier doch nur die behördlichen Vorgaben und da kann der AG nicht einfach eigene Regeln aufstellen.

    Ist in dem Bundesland von Charly ein zweiter negativer Test erforderlich dann verhindert wenn nicht dann auch nicht verhindert! :)

  • Für mich ist die Sachlage eigentlich recht einfach:
    Sollte das Bundesland die Regelung vorgegeben haben ist das halt so und er ist verhindert. Dies trifft aber nicht zu. Siehe Ausgangsthread.

    Sollte der AG diese Regelung vorgeschrieben haben (ja hat er) so ist der BR einzubinden, da dies die Ordnung im Betrieb betrifft. Sollte der BR dieser Regelung nicht zugestimmt haben (evtl. BV) oder er wurde gar nicht gefragt, so ist diese in diesem Fall hinfällig, so dass das BRM zu der Sitzung kommen kann.

  • nun bei einem Sprayer nutzt auch das beste Hygienekonzept nichts.

    Sorry Rabauke, aber das ist schlicht und einfach falsch.

    Wir im Rettungsdienst versorgen täglich Covid19 Patienten, wobei das Einhalten eines Mindestabstands völlig unmöglich ist. Zusätzlich ist die Aerosolbildung bei Covid19 Patienten, die künstlich beatmet werden, deutlich höher als beim normalen atmen. Dennoch haben wir unter den MA bisher keinen einzigen der positiv getestet wurde. Das liegt weder daran dass wir einfach nicht testen, noch daran dass wir beim Rettungsdienst ein magisches Immunsystem haben. Es liegt schlicht und einfach an einem soliden Hygienekonzept.

    Anders herum war es in Ländern die härter von der Pandemie getroffen wurden (z.B. Italien) notwendig Corona positive Ärzte (solange sie konnten) unter entsprechenden Hygienemaßnahmen weiterarbeiten zu lassen, damit die Versorgung aufrecht erhalten werden konnte.

    Also kurz gesagt, mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen ist auch ein längerer, direkter Kontakt möglich ohne jemanden zu infizieren oder infiziert zu werden.


    Eine Sitzung mit FFP2-Masken ist zwar sicher kein Vergnügen, aber möglich ist es. Jeder der dieser Tage im Rettungsdienst arbeitet weiß, dass man es durchaus überleben kann täglich mehrere Stunden eine FFP2-Maske zu tragen ;)