Kontrollfunktion BR

  • Hallo! Ich habe einmal eine allgemeine Frage an Euch:

    Welche Kontrollen führt Ihr in euren Unternehmen als Br durch? Welche Unterlagen lasst Ihr euch von der GL regelmäßig geben? Stundenlisten oder so etwas ähnliches?

    Viele Grüsse

  • Hallo,


    finde du bist hier zu allgemein unterwegs. Natürlich kannst du dir alles anschauen aber warum?

    Stundenlisten, Schichtpläne, Gehaltslisten, Eingruppierungen, alles möglich und wird auch gemacht. Aber worauf beruht deine Frage? Da steckt doch was dahinter, oder?

  • Hallo Juddel,


    unser BR überprüft alles, incl. Einhaltung aller BV'en.


    Die Kontrollen führen wir zum Teil sogar vom BR-Büro aus, weil wir auf viele Systeme die gleichen Zugriffsrechte als Leserechte haben wie der Arbeitgeber.


    Gruß

    Rabauke

  • Hallo,


    finde du bist hier zu allgemein unterwegs. Natürlich kannst du dir alles anschauen aber warum?

    Stundenlisten, Schichtpläne, Gehaltslisten, Eingruppierungen, alles möglich und wird auch gemacht. Aber worauf beruht deine Frage? Da steckt doch wasdahinter, oder?

    Hallo, meine Frage war, in wie weit ihr als BR eure Kontrollfunktionen wahrnehmt. Unser Betriebsrat bekommt zur Zeit so gut wie gar nichts zu sehen. Alleine die Einsichtnahme in die Lohn/Gehaltslisten hat Monate gedauert, mit ständigen Diskussionen. Da wir uns zur Zeit gerade in der Kurzarbeit befinden, wollen wir als BR mehr Kontrollen durchführen. Wie z.b. Arbeitszeitkonten, KuA Quote/Zahlen usw. Aber man verwehrt uns dieses. Daher wollte ich einmal erfahren, wie das bei anderen Unternehmen so gehandhabt wird

  • Daher wollte ich einmal erfahren, wie das bei anderen Unternehmen so gehandhabt wird

    Bei allem, was Du beschreibst, handelt es sich um Informationen, auf die der BR Anspruch hat. Ich kann Dir aus meiner aktiven BR-Zeit berichten, dass es manchmal unvermeidlich ist, den Rechtsweg zu beschreiten und den AG vom ArbG auftragen zu lassen, die Informationen herauszugeben.

    Alleine die Einsichtnahme in die Lohn/Gehaltslisten hat Monate gedauert, mit ständigen Diskussionen.

    Die Geduld würde ich nicht nochmal aufbringen. Beim nächsten Mal Aufforderung zur Einsichtnahme bis (Datum), bei Weigerung erneute Frist bis (Datum) mit Hinweis auf den Rechtsverstoß und Androhung der Beauftragung anwaltlicher Vertretung zur Durchsetzung des Anspruchs vor dem ArbG, bei erneuter Weigerung das Verfahren nach § 23 III einleiten.


    In welcher Frequenz Ihr was ansehen, hängt von den einzelnen Inhalten ab. Abgerechnete Schichtpläne und Arbeitszeitkonten hat mein BR z.B. monatlich überprüft (das war unser Schichtplanzeitraum); wenn entsprechende iT-Systeme bestehen, ist ein dauerhafter Lesezugriff sinnvoll. Einblick in Lohn- und Gehaltslisten nahmen wir ein bis zwei Mal im Jahr .

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hallo Juddel,


    leider ist das, was du schilderst nicht unbedingt unüblich. Manche Unternehmen gebaren sich, als wären die Infos, die sie herausgeben müssen, der goldene Schrein. Auch die Verzögerungstaktiken wurden auch bei uns probiert.


    Mir scheint es so, als wären das Machtspielchen, wo der Betrieb schauen möchte, wie weit er gehen kann.


    Wir halten es ähnlich, wie der Rabauke und kontrollieren so ziemlich alles, was uns einfällt. Dies schreiben wir zum Teil sogar in unsere Betriebsvereinbarungen mit rein, obwohl das Informationsrecht uns auch so zusteht, das erspart aber Diskussionen.


    Das einzige, wo wir immer wieder Schwierigkeiten haben, ist der Wirtschaftsausschuss, hier sieht es so aus, dass wir tatsächlich demnächst einen Anwalt beauftragen müssen, damit er unsere Rechte durchsetzt.


    Lasst euch vom Arbeitgeber nicht zu lange vertrösten. Fordert schriftlich, mit Terminsetzung, eure Informationsrechte bei ihm ein und wenn er rumzickt besprecht das im Gremium und beauftragt einen Anwalt. Wenn du den Beschluss des BR hast, kannst ja dann noch einmal zum AG gehen und fragen, was ihm lieber ist. Ob du gleich zum Anwalt gehen sollst, oder ob er euch vielleicht doch die erforderlichen Unterlagen einsehen lassen möchte.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

    Einmal editiert, zuletzt von Markus 1973 ED ()

  • Wirtschaftsausschuss

    Den habe ich vergessen - nach § 108 BetrVG tagt der monatlich, und ich würde mir da auch monatlich überlegen, welche Infos vom AG nach § 106 III BetrVG ich für eine bestimmte Sitzung will bzw brauche.

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Hola,


    gerade bei Kurzarbeit habt ihr doch ein ganz gutes Druckmittel, um die notwendigen Infos zu kommen ;)

    Ihr müsst ja das ein odere andere Briefchen an die Agentur für Arbeit unterschreiben. Und da man das nur kann, wenn man Sachkenntnis hat, kann man auch die Unterschrift verweigern, bevor man die benötigten Einblicke bekommt ;)


    Wir prüfen aufgrund von Kurzarbeit gerade an allen möglichen Stellen intensiver als vorher, z.B. Arbeitsverteilung in den Einheiten, Mehrarbeit, Schichtpläne, AÜ und Werksverträge, etc.


    Liebe Grüße

  • Das Drama mit unserem AG geht weiter....

    Nun gewährt man uns Gnädig erweise eine Einsichtnahmen z.B. in die Arbeitszeitkonten. Das heisst wir sitzen irgendwie imm Besucherzimmer und schauen bei der Personalleitung auf den Bildschirm

    Ist das wirklich so rechtens? Alleine das der Personalreferent dabei bleibt ist für mich schon eine Überwachungsfunktion. Warum bekommt man die Unterlagen nicht in schriftlicher Form, um in Ruhe diese zu bearbeiten?

  • Hallo Juddel,

    der BR hat ein Einsichtsrecht für die Unterlagen, mehr nicht. Das heißt der AG kann genau so verfahren wie von dir geschildert.


    Dreht den Spieß doch einfach um, geht zum Personalreferenten, schaut euch die Arbeitszeitkonten an und macht euch Notizen zu jedem MA (alle Daten handschriftlich notieren) und wenn das den ganzen Tag dauert, werdet ihr nicht fertig, am nächsten Tag geht`s weiter. Dann nehmt ihr eure Notizen und analysiert die im BR-Büro.

    Wenn der Personalreferent sich genervt fühlt, könnt ihr ihm ja mitteilen, wie ihr es gerne machen würdet, aber das vom AG nicht gewollt ist. Vielleicht kommt ja irgendwann der AG und geht auf euren Vorschlag ein.

    Das Leben ist Veränderung

    Starte dort, wo du stehst!

    Aber versuche jeden Tag einen neuen Startpunkt zu finden!
    Benutze das, was du hast!

    Aber versuche jeden Tag etwas neues zu benutzen!
    Tu das, was du kannst!

    Aber versuche jeden Tag etwas mehr zu tun!

  • Wir haben es genau so gemacht, wie es der Nordfriese gesagt hat.

    Wir haben dann alle 14 Tage einen Termin ausgemacht und ca 12 Stunden die Arbeitszeit kontrolliert. Wir haben somit 5 Kollegen aus dem BR (Betriebsausschuss) sowie 1 bis 2 leute aus dem HR für 1,5 arbeitstage blockiert. Nach dem zweiten Termin kam die Anfrage, ob wir das jetzt regelmäßig so machen wollen und beim dritten Termin haben wir dann die Unterlagen in elektronischer Form bekommen.

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Hallo Juddel,


    ich kann mich sehr wage an meinem BR 1 Seminar erinnern, da steht einsichtsrecht des BR und nicht unter Leitung des HR-manager.

    Hierauf wurde sehr deutlich hingewiesen, HR hat nicht im Raum zu suchen wenn ihr die Prüfung durchführt, egal ob Arbeitszeit, geld oder ähnliches. HR Kontrolliert nicht den BR!!!



    Daher schick den HR'ler zum Mond und sag ihm, wir wollen uns alles ansehen ohne dein beisein. Wenn das nicht elektronisch geht, dann mache einen Ausdruck für alle Zeitdaten vom bis für alle Mitarbeiter und stelle uns den zur Einsicht zur verfügung. Wir wollen auch mal darüber sprechen können was wir sehen ohne von die Ausspioniert zu werden.


    Gruß

    Rabauke

  • vielen dank für Euer Feedback

    Genau so hatten wir es uns auch vorgenommen. Hinsetzen, kontrollieren und wenn es tage dauert. Aber....

    Der ganze Vorgang geht jetzt schlussendlich zum Anwalt.

    Da wir zur Zeit, bedingt durch Corona, keine größeren Räumlichkeiten für 4 BR´ler und eine HR´ler haben, kommt wieder die Diskussion und die Verzögerung des Termines auf

    Man will uns jetzt vorschrieben, mit wie vielen BR Kollegen wir erscheinen sollen. Ist echt der Witz. Wegen so einer kleinen Sache. Dieses Macht Spielchen geht uns gehörig auf die Nerven! Als wenn man keine anderen Probleme hat

  • soooo gestern ist es eskaliert.

    Schwere Vorwürfe gegen den BR. Zitat: Wie kann man gleich mit Gericht drohen" " wir hätten jederzeit das Recht Einsichtnahme zu nehmen" "wieso muss der BR kontrollieren, ist nur ein Organ zur Vertretung der Belegschaft ……. blablabla… wir reden seit Mai darüber, dass wir die Saldostände haben wollen. Nur weil es kurz vor dem Gerichtverfahren stand, fängt man an aktiv zu werden. Dann bleibt der HR´ler auch noch dabei, wo es die zweite Diskussionsrunde gegeben hat. Sie verstehen es einfach nicht! Wir haben schon klar gesagt, was wir wollen und was nicht. Aber es kommt bei der Gegenseite nicht an

    Ich möchte jetzt gerne einmal von Euch erfahren, was Ihr monatlich bei der GL einfordert.

    Unser Plan ist es , eine Auflistung der GL zu geben, was wir monatlich unaufgefordert geliefert haben wollen. Macht Ihr das auch so?

    Über gute Tips wäre ich sehr dankbar

  • Nun,


    wir schauen uns Monatlich die verfahrenen Arbeitszeiten an, die Mehrarbeitszeiten die Bezahlt wurden und vergleichen das mit den Zeiten die beim BR beantragt und genehmigt wurden und machen dann auf Missstände aufmerksam, wenn wir Zeiten finden die nicht beantragt wurden, aber verfahren und bezahlt

    Ein mal im Jahr haben wir die Gehaltslisten aller Beschäftigten geprüft incl. der Überprüfung ob die Eingruppierung auch die ist, die beim BR beantragt und genehmigt war

    Sondernzahlungen die geleistet wurden prüfen wir auch, sollten hierbei kollektivrechtliche Aktionen gewesen sein, die nicht mit uns abgesprochen waren werden wir auch Aktiv

    und und und


    der Weg dahin ist jedoch sehr lang.

    Wir haben mitlerweile Zugriff auf die elektronischen Werkzeugen (reines Leserecht).

    Wie wir das geschaft haben, nun ein Einführung dieser Werkzeuge unterliegt der Mitbestimmung und wir haben in den EDV-Systemen nun mal ein Leserecht für den BR vereinbart, um die Kontrolle zu erleichtern :). Wenn der AG das nicht mit uns hätte vereinbaren wollen dann wären mansche Werkzeuge noch nicht am laufen, weil die Einigungstelle dann immer noch aktiv wäre, daher bin ich auch ein Befürworter von Einigungsstellen. Wenn man als BR bereit ist was zu geben, worauf der AG eigentlich einen Anspruch hat dafür der AG aber was gibt worauf der BR nur einen geringen Anspruch hat, dann hilft auch schonmal die Einigungsstelle :D .


    gruß

    Rabauke