Konflikt unter Kollegen

  • Aber Winfried, wenn sich das auf Forumsteilnehmer beziehen sollte, wäre dies eine Ferndiagnose und die sind - auch deiner geäußerten Meinung nach - iiiihh! :P


    Meine Interpretation wäre eine andere: Was besonders, schön und großartig ist, ist meistens selten. Und was selten ist, steht meistens unter Naturschutz. Und was unter Naturschutz steht, darf sich mehr erlauben als irgendein 08/15-Geschöpf, welches es bei Belästigungsverdacht meist zu vergrämen gilt...;)

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • Das Schloss Neuschwanstein steht unter Naturschutz? Ok, wieder mal was dazugelernt ;)

    Naja, Gebäude fallen nicht direkt unter Naturschutz, aber eine Aufnahme ins Weltkulturerbe wird für Schloss Neuschwanstein angestrebt. Auf jeden Fall ist es schützenswert. Manche finden es wunderschön, andere eher kitschig, Zeitgenossen der Errichtung würden eingewendet haben, dass Zeit und Arbeitskraft auch sinnvoller investiert werden könnten...aber jetzt steht es halt herum und niemand käme auf die Idee, es abzureißen.

    Andererseits gibt es Gebäude, die ich zwar als Bausünden definieren würde, die aber trotzdem stehen bleiben dürfen, weil irgend ein Beamtenarsch sie mal für schützenswert erklärt hat. Möglicherweise werden erst kommende Generationen sie als Ausdruck überdimensionierter Legosteinarchitektur zu schätzen wissen.

    Was das mit bestimmten Personen zu tun haben soll, wusste ich gerade noch, aber jetzt habe ich den Zusammenhang wieder vergessen. :(

    Für einen Betriebsrat gilt: Lobt dich der Gegner, ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg. (August Bebel)

  • ber jetzt habe ich den Zusammenhang wieder vergessen.

    jetzt mach ich mal Ferndiagnose, du leidest unter HIV "Hef ick vergeeten" (auf Hochdeutsch, ´Hab ich vergessen) :)

    Das Leben ist Veränderung

    Starte dort, wo du stehst!

    Aber versuche jeden Tag einen neuen Startpunkt zu finden!
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    Aber versuche jeden Tag etwas neues zu benutzen!
    Tu das, was du kannst!

    Aber versuche jeden Tag etwas mehr zu tun!

  • Konflikte am Arbeitsplatz treten überall auf, und das Ignorieren kann kostspielig sein. Jeder nicht angesprochene Konflikt verschwendet etwa acht Stunden Unternehmenszeit für Klatsch und andere unproduktive Aktivitäten. Das Verständnis der Gründe für Konflikte am Arbeitsplatz kann HR-Fachleuten helfen, Probleme vor oder nach einem Konflikt zu lösen. Dies führt zu einem Aufeinandertreffen zwischen Abteilungen, die sich weigern, zusammenzuarbeiten, oder zu einem schreienden Match zwischen Kollegen.

  • Guten Morgen,


    Es gibt eine Fortsetzung dieses beliebten Themas. :)


    Ich habe zuletzt berichtet, dass es Mediationssitzungen mit den beiden Kollegen gab, um den Konflikt zu lösen.

    Diese Sitzungen führten relativ schnell zu dem Ergebnis, dass der Mediator die Ereignisse nicht als Mobbing, sondern als "ordinäres" Konfliktgeschehen einstuft (was unserer eigenen Einschätzung entspricht). Der Mediator ist bereit, mit beiden an dem Thema weiterzuarbeiten, Voraussetzung war aber, dass Kollege A (der "Ankläger") den Vorwurf des Mobbings zurückzieht und dies auch dem GF sowie dem anwesenden BRM mitteilt, damit Kollege B rehabilitiert ist.


    Kollege A verfasste draufhin eine recht verklausulierte Mail, Inhalt grob zusammengefasst: Ich darf ja nicht sagen, dass es Mobbing war, aber ich habe mich gemobbt gefühlt.


    Wenig überraschend hat der Mediator daraufhin den Auftrag als nicht erfüllt erklärt und weitere Sitzungen erstmal auf Eis gelegt.


    Der GF hat noch ein wenig zugewartet und daraufhin Kollege A wegen der Angelegenheit eine Abmahnung erteilt. Wir als BR haben das kritisch gesehen und davon wenig Nutzen erwartet, andererseits war die Schädigung von Ruf und Seelenfrieden bei Kollege B durch die Angelegenheit schon beträchtlich und da konnten wir nachvollziehen, dass der GF dem einen Riegel vorschieben möchte.


    Kollege A war daraufhin einige Zeit AU und ist erst seit kurzem wieder im Dienst. Er sieht sich weiterhin als das alleinige Opfer in der Angelegenheit.


    Der GF möchte den Kollegen A jetzt in ein anderes Gebäude, ca. 10 Minuten entfernt, versetzen. A soll ähnliche Tätigkeiten ausführen wie zuvor, jedoch unter einem anderen Chef und näher an der GF. In der schriftlichen Begründung nennt der AG ausschließlich geplante Veränderungen in der Betriebsorganisation, Erhöhung der Effizienz, Verbesserung der Zusammenarbeit unter den Bereichen usw. Vom mündlichen Dialog her ist klar, dass es auch eine Rolle spielt, die Kollegen A und B zu trennen.

    A ist dagegen, er fühle sich am alten Arbeitsplatz weiterhin wohl, die räumliche Nähe zu Kollege B sei kein Problem, man sei ja erwachsen und könne sich aus dem Weg gehen (auf einmal! Kollege B allerdings berichtet von deutlich vergifteter Atmosphäre). A fühlt sich schikaniert und abgestraft.


    Jetzt stehen wir da und sind in der Mitbestimmung. Sachlich kann ich in der Versetzung keine Benachteiligung für den Kollegen A erkennen, emotional ist diese jedoch erheblich. Reicht das als Widerspruchsgrund und was ist dann mit Kollege B, dessen Wohlergehen wir dann ja praktisch dem von A unterordnen?


    Viele Grüße,

    Eure Bananenbrot

  • Hallo Bananenbrot,


    für einen Widerspruch müsstet Ihr euch an die Gründe aus §99 BetrVG halten, denn einzige Nachteil den ich aus deiner Schilderung sehe wäre dass A aus der gewohnten Arbeitsumgebung gerissen wird, gleichfalls wäre zu bedenken dass wohl weiterhin das belastete Verhältnis zwischen A und B besteht und sich das nachteilig auf B auswirkt.


    Wie beschreiben die anderen Mitarbeiter der Abteilung die Atmosphäre?

    Ggf. ist es sinnvoll einen MA zu versetzen wenn dies dem Betriebsfrieden dienlich ist.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bananenbrot,


    das ist sicher keine einfache Situation, aber für Euch als BR ist es nicht zielführend oder sinnvoll sich hier emotional zu involvieren oder diese Versetzung nach "moralischen" Gesichtspunkten zu beurteilen. Das ist mMn auch nicht Aufgabe des BR.

    Bei einer Versetzung ist das ja eigentlich auch einfach, der § 99 BetrVG liefert lediglich 6 Gründe aus denen man die Zustimmung verweigern könnte. Also diese 6 Punkte objektiv prüfen, ist einer davon erfüllt, Zustimmung verweigern, ist keiner davon erfüllt, der Versetzung zustimmen.

    Wenn man aus emotionalen oder moralischen Gründen die Zustimmung verweigert, dies aber nicht sachlich und objektiv an einem der 6 Verweigerungsgründe festmachen kann, erreicht man nichts außer die eigene Glaubwürdigkeit zu beschädigen.

    „Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist“

    Hanlons Rasiermesser

  • die Frage für den BR ist doch, macht aus Sicht des BR die Versetzung Sinn oder nicht.

    Ihr müßt sowohl die belange der einzelnen berücksichtigen wie auch die Belange der "Gemeinschaft".


    Da aus meiner Sicht nach deiner Darstellung die Belange der Einzelnen zu 50% sich verbessern und der Gemeinschaft sich zu mehr als 50% verbessern ist die Maßnahme positiv und ich würde zustimmen.



    Gruß

    Rabauke

  • Manchmal ist getrennte Käfighaltung die einzige Möglichkeit für einen AG, wenn er keinen der Kontrahänden verlieren möchte.

    Ich würde Kollege A dieses klarmachen, da keine Widerspruchsgründe nach der BetrVG gegeben sind.


    Und das Ergebnis des Mediationsversuches gezeigt hat, das er nicht gemobbt wurde und mit seinen Äusserungen und seinem Verhalten den Kollegen B offensichtlich geschädigt hat.

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