Was darf ich als BRV?

  • Hallo,


    ich habe bei meiner Vorstellung schon ein wenig von den erschwerten Bedingungen geschrieben, die ich im Gremium habe.


    Wir sind ein 3er Gremium, ich bin BRV. Meine Kollegen sind ungeschult und haben auch kein Interesse an Schulung.

    Beide Kollegen arbeiten überwiegend in der Nacht. Ein Kollege geht um 6:30 Uhr, der andere um 10 Uhr. Ersatzmitglieder haben wir nicht mehr.


    Im Moment stehen viele Themen an, z.B. neue BV Arbeitszeit aufgrund einer Umstrukturierung, mobiles Arbeiten wegen Covid-19, ....

    Unser (neuer) Ansprechpartnern ist grundsätzlich positiv gegenüber dem BR eingestellt, benötigt aber manchmal einen "Wegweiser".


    Sein Wunsch war es nun, dass es eine wöchentliche Telko geben soll, an der er, die Abteilungsleiter und ich als BRV teilnehmen sollen.
    Selbstverständlich habe ich darauf hingewiesen, dass es in dieser Telko keine Zusagen meinerseits geben kann, da Beschlüsse durch das Gremium zu fassen sind.

    Bislang gab es eine Telko. Ich fands gut, habe etwas erfahren, was der BR ansonsten wohl nicht erfahren hätte :) (geplante temporäre Versetzung in eine andere NL)


    Frage 1: Wie seht ihr das? Austausch mit den Abteilungsleitern, ist das grundsätzlich in Ordnung? Darf ich den Termin allein wahrnehmen?


    "Wegweiser"

    Wenn ich nun in diesen Telkos oder auch anderen Gesprächen, die ich alleine führe, von Vorkommnissen oder Planungen erfahre, die der Mitbestimmung des BR unterliegen, dann habe ich stets darauf hingewiesen und eigentlich auch schon eingefordert.

    Frage 2: Darf ich hinweisen und einfordern, ohne Beschluss?

    Frage 3: Gibt es dabei eine Grenze die ich nicht überschreiten darf?

    Frage 4: Wenn mir bekannt wird, dass gegen eine BV verstossen wurde, darf ich auch darauf hinweisen oder benötige ich dafür einen Beschluss?


    Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, dass ich meine BR Kollegen übergehe oder eigenmächtig handle.

    Meiner Auffassung nach bedarf es aber keinen Beschluss, wenn es klare Regelungen gibt (gesetzl., TV, oder BV) die nicht eingehalten wurden und es geht ja zunächst auch nur um einen Hinweis oder eine Beanstandung.

    Bin ich da auf dem Holzweg?


    VG

    Whynot

    Die Frage ist nicht "WARUM" - Die Frage ist "WARUM NICHT"

  • Hallo,


    Solche Geprächsangebote solltes du auf jeden fall wahrnehmen. Ich würde es als Monatsgespräch interpretieren, dass steht sogar im Gesetz. Nur mit dem Kleinen Unterschied, dass der AGE nicht selbst teilnimmt, sondern seine Abteilungsleiter deligiert. Aber dass ich völlig in Ordnung.

    Wissen deine BR Kollegen das es diese Termine gibt? - Das wäre wichtig, so haben Sie ja die Möglichkeit selbst daran teilzunehmen und kommen dann ggf. auf eigene Entscheidung nicht mit.


    Wir haben mit unserem Gremium ähnliche Gespäche mit den unterschiedlichsten Beteiligten. unsere BRV weist die Anwesenden dann regelmäßig auf die Mittbestimmung und ordentliche Information an den BR hin. Hier sehe ich kein Problem. Du musst nur deine Kollegen immer davon berichten.

    Was du nicht tun solltest, eine Wertung abgeben. hierraus kann die Gegenseite schnell mal eine Meinung konstruieren, welche du vielleicht dann noch nicht mal hast. Zum Beispeil, dass du beim Verstoß gegen eine BV nur erwähnst, dass es zu diesem Thema eine BV gibt, wo alles geregelt ist.


    So kann dir meiner Meinung mach niemand etwas. Weder Arbeitgeber noch BR Kollegen.


    Also das wichtigste wäre für mich, dass deine Kollegen alles Wissen. Wenn Sie sich dann nicht aktiv bereiligen aufgrund von unwissenheit oder unlust dann ist das so. Denn als Vorsitzender kann nicht mehr tun als Informieren und ggf. eine Schulung anraten.

  • Servus Whynot,


    prinzipiell hast du nichts falsch gemacht.


    Ich würde die TelKo keinesfalls ein Monatsgespräch nennen, da am Monatsgespräch der gesamte BR teilnimmt.


    Ansonsten hast du es schon mal richtig gemacht, dass du darauf hingewiesen hast, dass es in solchen Gesprächen keine Zustimmung für mitbestimmungspflichtige Dinge geben kann. Hier muss du auch wirklich aufpassen, dass dir aus irgendwelchen Äußerungen kein Strick gedreht wird. Oft kommen vom Arbeitgeber dann so Aussagen: "Aber Sie haben doch gesagt....... Haben Sie Ihre Leute nicht im Griff? Das müssen Sie doch den anderen nur richtig rüber bringen, dann würde das laufen"


    Deshalb hört mein Arbeitgeber immer wieder, dass irgendwelche Aussagen von mir, maximal eine persönliche Meinungsäußerung sind.


    Auch dass du darauf hingewiesen hast, dass hier ein mbestimmungspflichtiger Vorgang stattfindet und diese Mitbestimmung eingefordert hast, war absolut richtig. Ebenso, dass du darauf hinweist, dass eine BV nicht richtig durchgeführt wird. Nur um ein Beschlussverfahren einzuleiten, dafür würdest du dann wieder einen Beschluss des Gremiums benötigen.


    Was du auf alle Fälle machen solltest ist, regelmäßig bei den Sitzungen von den Gesprächen zu berichten. Idalerweise unter Zuhhilfenahme eines Protokolls, dass du während des Gespräches geführt hast. Sollte ein BRM dann monieren, weshalb er nicht bei dem Gespräch dabei war, kann man ja versuchen, dass man den Termin so legt, dass das BRM noch da ist. Sollte dies nicht möglich sein und das BRm besteht weiterhin auf die Teilnahme, so steht dem BRM nichts im Wege, extra für das Gespräch in die Arbeit zu kommen und an dem Gespräch teilzunehmen. Sollte es das nicht tun, so kann man ihm dann auch nicht helfen.


    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Im Prinzip hat Markus schon alles Wesentliche gesagt. Solange du keine Zugeständnisse/Zusagen machst, die nur das Gremiums geben könnte, bist du auf der richtigen Seite.


    Aber nachdem, was du im anderen Thread über deine Kollegen geschrieben hast, glaube ich ja noch nicht einmal im Ansatz, dass sie sich darum kümmern würden, hier aktiv zu werden. Und wenn hat Markus dir einen Weg aufgezeigt.


    Btw. das von Markus angesprochene Protokoll und der Bericht auf den Sitzungen gibt dir die Gelegenheit, deine Kollegen "wider Willen" zu schulen. (Ich habe darauf hingewiesen, dass gem. § ... hier ein ... recht besteht; Ich habe darauf hingewiesen, dass gem. § ... das so und so zu handhaben ist; Ich habe darauf hingewiesen, dass in unserer BV .... das im Absatz ... folgendermaßen geregelt ist) Du verstehst, was ich meine? Die Grundlage(n) beim Bericht immer miterwähnen. Irgendwann bleibt das hängen - ob sie wollen oder nicht ;) :saint:

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo und vielen Dank.


    Tut gut zu hören, dass man nichts falsch gemacht hat.

    Informiert werden die Kollegen natürlich regelmäßig und wenn sie wollten, dürften sie auch gerne teilnehmen.

    Das wird aber eher nicht passieren, weil sie dann ja länger bleiben oder extra kommen müssten. Könnte dann aber auch schwierig werden wegen der Ruhezeit (12 Stunden gem. TV) bis zur nächsten Schicht.


    VG

    Whynot

    Die Frage ist nicht "WARUM" - Die Frage ist "WARUM NICHT"

  • Sie brauchen auch nicht kommen!

    Mach einfach auf die Tagesordnung ...Bericht aus der Teilko...Whynot erzählt von der letzten Sitzung.

    So sind die Kollegen informiert und es wird auch alles protokolliert.

    Wichtig ist, dass Ihr trotzdem Monatsgespräche macht und die Dienstpläne so gestaltet werden, dass auch die anderen BRM teilnehmen können.

  • so habe ich das heute auch gehandhabt.

    Das mit den Dientplänen ist schwierig. Ein BRM ist Schichtleiter und arbeitet nur nachts und bis 6:30 Uhr, er will das so und würde das niemals ändern. Er ist erst seit ein paar Wochen als Ersatzmitglied dabei.


    Wenn wir Sitzung haben, muss er immer länger bleiben. Seine Schicht ausfallen lassen würde er niemals. Er hält sich für unabkömmlich, wobei wir momentan tatsächlich personell schlecht aufgestellt sind.

    Monatsgespräch war in letzter Zeit wegen Corona schwierig, muss aber jetzt unbedingt wieder gemacht werden.

    Die Frage ist nicht "WARUM" - Die Frage ist "WARUM NICHT"

  • Was meint ihr mit Monatsgesprächen?

    Sind das Gespräche am Ende eines Monats BR-Intern, also BRV mit Gremium, quasi eine BR-Sitzung?

    Oder macht ihr 1x im Monat einen Info-Austausch "der komplette BR mit der Geschäftsführung"?

  • AG und BR sollen ja vertrauensvoll zusammenarbeiten. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit gibt es die sogen. Monatsgespräche. I.d.R. feste Termine, z.B. jeden 1. Montag im Monat. Gremium und AG treffen sich zum Gespräch.


    Das wäre "meine" Kurzbeschreibung zum Monatsgespräch, siehe auch §74 Abs. 1 BetrVG

    Die Frage ist nicht "WARUM" - Die Frage ist "WARUM NICHT"

  • Bei uns findet das Monatsgespräch vor jeder zweiten Sitzung im selben Raum / aktuell online statt. Die Sitzung ist eh mit halbwegs offenem Ende terminiert, sodass wir einfach direkt im Anschluss starten können. Es nehmen dann alle BR-Mitglieder oder Ersatzmitglieder teil, die dann auch an der Sitzung teilnehmen. Ist praktisch, weil wir die Informationen direkt im Anschluss diskutieren können.

  • Wie handhabt ihr das?


    Nur eine kleine Abordnung aus dem Gremium oder das gesamte Gremium mit dem AG?

    Wir haben bei uns in der GO geregelt, dass vom 7er Gremium nur 3 definierte Personen (inkl. Ersatzregelung)

    am Monatsgespräch mit dem AG teilnehmen. Das wurde vom Gremium so gewünscht und deshalb machen wir das so.

    In der folgenden BR-Sitzung wird dann kurz berichtet.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 7er Gremium, kein Tarif, GBRM

  • Wir haben uns bewusst dagegen entschieden mit dem kompletten Gremium an dem Gespräch teilzunehmen.


    Was nicht zuletzt unserem AG geschuldet war. Er hat Dinge vorgestellt, wir haben sie uns nur angehört und er hat sie anschließend einfach umgesetzt und gesagt: wieso? Ihr wart doch alle einverstanden, hat doch keiner was dagegen gesagt... -.-


    Aber im Gremium die Probleme aufzeigen führte wieder dazu, dass sich der BR vor dem AG gegenseitig "an die Gurgel gegangen ist" (nicht wirklich, aber es wurden halt schon wilde Diskussionen geführt, die es im Beisein des AG nicht braucht).


    Deswegen nimmt bei uns auch nur noch eine Delegation teil, die kann dann immer darauf hinweisen: ok, haben wir gehört, nehmen wir so mit, müssen wir mit dem Gremium besprechen. Das funktioniert so wenigstens.


    Ab und an gibt es dann aber auch Themen, wo wir dann den AG auf die Sitzung einladen, weil wir merken, dass uns stille Post nicht weiterhilft. Aber eben nur zu einzelnen Themen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • wir lassen uns schulen und handeln wie wir es für richtig halten.

    Wir haben 14tägige Gespräche mit dem Arbeitgeber und dem Betriebsausschuss und dann alle zwei Monate ist eines dieser Gespräche mit dem gesamten Gremium,

    Warum, weil da Gremium das so will und wir der Meinung waren 2 Gespräche im Monat sind besser als 1.


    Ihr seit 3, keiner hat Lust zur Arbeitszeit des anderen an der BR-Arbeit sich zu beteiligen, den Kündigungsschutz habt ihr drei, also macht es wie ihr es für richtig haltet.



    Gruß

    Rabauke

  • ich kann natürlich nur für mich sprechen aber ICH bin nicht BR wegen des Kündigungsschutz :P

    Die Frage ist nicht "WARUM" - Die Frage ist "WARUM NICHT"

  • Bei uns gibt es Wochengespräche mit Vertretern aus dem Management, an diesen Gesprächen nimmt von BR-Seite teil, wer vor Ort ist und die Zeit erübrigen kann. Dazu kommt einmal im Monat das Monatsgespräch mit dem AG. dies ist vor unserer Sitzung und es nehmen alle teil, da ja auch alle Fragen stellen können. Diskutiert wird nicht im Beisein des Arbeitgebers.