Mehr Erholungstage bei längerer Betriebszugehörigkeit

  • Hallo zusammen,

    unser BR möchte eine BV abschließen, die der Erholung und zum Schutz älterer Beschäftigter dienen soll.

    Angedacht war, dass man ab 55 Jahre bis 61 Jahre in Staffelung bis 6 Tage mehr Erholungstage bekommt. Leider hat die Rechtsvertretung des AG diesen Plan zerschlagen, da es angeblich diskriminierend sei.

    Nun wäre der AG bereit, einige noch nicht bestimmte Tage, für längere Betriebszugehörigkeit zu geben.

    Details sind noch nicht bekannt.

    Wir haben selbst auch noch keinen Plan, wie sich das gestalten könnte. Außerdem gibt es bei uns in der Firma schon nach 25 Jahren Betriebszugehörikeit einen Tag dazu.

    Vielleicht hat der eine oder andere von euch solch eine BV oder Regelung mit dem AG geschlossen.

    Für ein paar Tipps oder Vorschläge von euch, die natürlich rechtskonform, d.h., nicht diskriminierend sind, wäre ich dankbar.


    Grüße

    Hasi

    Gruß

    Hasi

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  • jaja das Alter...hat nichts schönes wie man so nett sagt

    ich denke eine solche Staffelung wie von Euch angedacht könnte tatsächlich diskriminierend sein, ist auch wohl nicht wirklich nachvollziehbar wieso so viele Tage mehr, aber ab 55 Jahre 1 oder 2 Tage mehr das kann man argumentieren.

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Man braucht länger um sich zu erholen, der Körper kann nicht mehr so gut wie bei jüngeren... in die Richtung

    also Gesundheitsschutz und erhöhter Erholungsbedarf.

    kommt halt auch auf die Arbeiten an die bei Euch so anfallen, wenn alle im Büro sitzen wirds schwieriger


    Es gibt ja durchaus Urteile die genau in diese Richtung gehen

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Man braucht länger um sich zu erholen, der Körper kann nicht mehr so gut wie bei jüngeren... in die Richtung

    also Gesundheitsschutz und erhöhter Erholungsbedarf.

    Genau in diese Richtung haben wir argumentiert, aber eben mit insgesamt bis zu 6 Erholungstagen.

    Warum sind d.E. 1-2 Tage eher als erhöhter Erholungsbedarf vertretbar, als bis zu 6 Tage?

  • naja wieso sollte jemand der 61 ist 6 Tage mehr Urlaub haben als jemand der 55 ist, das kann ich nicht wirklich argumentieren.

    aber alle ab 55 bekommen 1 oder 2 Tage mehr sollte machbar sein

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Aber Du sagst doch selbst,

    Man braucht länger um sich zu erholen, der Körper kann nicht mehr so gut wie bei jüngeren... in die Richtung

    also Gesundheitsschutz und erhöhter Erholungsbedarf.

    und je älter desto länger braucht man um sich zu erholen und der Mensch kann mit 6 Jahren mehr auf dem Buckel eben immer weniger Leistung bringen.

  • wenn es nach mir geht könnte so ein Konstrukt ja durchaus durchgehen, aber ob das der AG oder Gerichte mitmachen ist wohl eher fraglich.

    Und 6 Tage sind je nach Arbeit 1 Woche oder sogar mehr an Urlaub.

    so ein "großer" Unterschied ist kaum vernünftig erklärbar

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Nach uns würde das auch durchgehen, aber der liebe AG spielt halt dann doch nicht mit.

    Bin mir sogar ziemlich sicher, dass es bei diesem Konstrukt keinen MA geben würde, der sich diskriminiert fühlen würde und vor Gericht zieht.

    Hat vielleicht noch jemand einen Alternativvorschlag, wie man den AG überzeugen kann, dass ein paar zusätzliche Erholungstage zum Schutz und zur Erholung älterer Beschäftigter Sinn macht, ohne das es diskriminierend ist.

  • Hallo,


    eine Ungleichbehandlung ist immer dann zulässig, wenn es dafür einen sachlichen Grund gibt.

    Und im Gegensatz zur Vorstellungskraft von rtjum ist es sehr wohl ein sachlicher Grund, wenn mit zunehmendem Alter der schwindenden Leistungsfähigkeit durch zusätzliche Erholungstage Rechnung getragen wird - auch gestaffelt

    Dazu gibt es bereits zahlreiche Flächentarifverträge - zB im Bereich des öD.

    Diese Tarifverträge gibt es schon seit einigen Jahren und die Rechtsprechung hatte nichts auszusetzen.


    Du kannst ja mal eine Suchmaschine mit dem Begriff "TV Demographie" füttern, dann findest Du auch Ansätze.


    Wir haben zB den TV-Demographie für den Nahverkehr durch eine betriebliche Anwendungsvereinbarung umgesetzt, bei der ab 55 der AN einen Eigenbeitrag von 6 Tagen pro Jahr leistet, was ungefähr 3% seines Entgeltes entspricht und der AG diesen Eigenbeitrag nach Lebensalter gestaffelt aufstockt. Das ergibt dann mit 66 Lebensjahren 18 zusätzliche freie Tage(6 + 12).

  • Ein Artikel bei Hensche (Link) beschreibt ganz gut die Schwierigkeiten der Grenzfindung. Dort geht es primär um ein Urteil, nach dem mehr Urlaub ab dem 40. Lebensjahr diskriminierend ist.

    Ich denke, dass sich das bei Handwerkern deutlich früher argumentieren lässt als bei Bürokräften. Aber es muss sehr gut begründet werden, weil aus Sicht des AG das Risiko besteht, dass die Regelung gekippt wird und der Urlaub nach oben für alle angepasst wird.