Vertreterregelung auf Dienstreise wegen körperlicher Einschränkung

  • Hallo,


    wie ist denn die Vertretung des Schwerbehindertenvertreters durch den 1. Stellv. Schwerbehindertenvertreter auf Dienstreisen im Rahmen der SBV-Tätigkeit geregelt, wenn der Schwerbehindertenvertreter aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht reisen kann, aber im Betrieb anwesend ist.


    Herzliche Grüße


    Tolo

  • Hm... wenn ich mal alle Nebensätze und Randinformationen rausnehme, lese ich das hier:

    wie ist denn die Vertretung des Schwerbehindertenvertreters ... geregelt, wenn der Schwerbehindertenvertreter ... im Betrieb anwesend ist.

    Und die Frage ergibt für mich keinen Sinn... wenn er doch im Betrieb ist, warum braucht es dann eine Vertretung?

    Was also ist deine Frage?

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Habt ihr mehr als 100 SBs? Wenn nicht, ist es rein rechtlich schwierig, da kein Verhinderungsfall des SBV vorliegt. Vor allem, wenn der sSBV dies grundsätzlich machen soll.

    Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen. [YODA] - BRV, 9er Gremium, kein Tarif, sGBRV, sSBV

  • Ja, dachte mir schon, dass ich mich mal wieder viel zu kompliziert ausgedrückt habe. ;(


    Nein, wir haben deutlich weniger SBs, eine Heranziehung ist nicht möglich.


    Folgendes:


    Der Schwerbehindertenvertreter kann aus gesundheitlichen keine Dienstreisen insbesondere mit Übernachtungen machen. Steht nun im Rahmen der SBV-Arbeit eine Dienstreise zu einem anderen Betrieb (mit Übernachtung) an, arbeitet er zwar ganz normal im heimatlichen Büro, kann aber die Dienstreise nicht antreten. Darf in diesem Fall der Stellvertreter die Dienstreise in Vertretung machen, obwohl der Schwerbehindertenvertreter im Betrieb ist, oder fällt die Beteiligung der SBV an diesen Termin aus?

  • Hallo Tolo,


    aus meiner Sicht ist er doch für den Einsatz im Betrieb 2 verhindert und die Stellv. SBV kann dann die Aufgaben wahrnehmen.


    Wer könnt euch hierfür Steine in den Weg legen? Der Arbeitgeber, daher meine Empfehlung:

    Klärt doch mit dem Arbeitgeber, ob dieser mit diesem Vorgehen ein Problem hat. Weil sicher steht fest, ist die SBV im anderen Betrieb, der "weit Weg ist" dann bist du als StellvSBV im Heimatbetrieb der Ansprechpartner für die Dauer der lokalen Verhinderung. Aus meiner Sicht kann dieses auch umgekehrt angewandt und argumentiert werden.


    Ich kenne Betriebe und Unternehmen die das sogar so mit dem Arbeitgeber festgelegt haben,

    Betrieb A SBV (weil da zuhause) Betrieb B 100km weit weg der StellvSBV und nur in dessen Verhinderung die SBV. Termine der Zusammenkunft der SBV'en im Unternehmen (500km weit weg) der stellv. SBV und nur im Verhinderungsfall die SBV.

    Wurde alles so mit dem Arbeitgeber vereinbart.


    Gruß

    rabauke

  • dachte mir schon, dass ich mich mal wieder viel zu kompliziert ausgedrückt habe

    Mal wieder kann ich nicht beurteilen, aber ja, es war ein wenig komplex... ;)


    Wenn ich die Frage mal umformulieren darf: Darf die StellvSBV die Außer-Haus-Termine der SBV wahrnehmen, wenn die SBV selber sie aus gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen kann?


    Ob sich hier juristisch ein Anspruch ableiten lässt - da müsste ich raten (und das lasse ich lieber).


    Aber der Weg vom Rabauken erscheint mir zielführend. Denn wenn der AG "das Spiel mitmacht" sollte doch alles in trockenen Tüchern sein.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo,


    kann eine SBV aus behinderungsbedingten Gründen keine notwendigen Dienstreisen im Rahmen der SBV-Tätigkeit machen, dann ist das sehr wohl eine Verhinderung iSd § 177 Abs. 1 Satz 1 SGB IX. Allerdings kann im Zweifelsfall mE der AG an die Reiseunfähigkeit einen recht strengen Maßstab anlegen. Es müssen schon sehr handfeste, ärztlich bestätigte Gründe sein und nicht nur Befindlichkeitsstörungen.