ArbZG maximal zusammenhängende Tagesanzahl?

  • Hallo allerseits!

    Kann mir bitte jemand Auskunft darüber erteilen, wie viele Tage man maximal am Stück durcharbeiten darf und wo bitte dafür dann die Rechtsgrundlage zu finden wäre?

    Ich bin der Meinung man darf maximal 11 Tage durcharbeiten. Finde darüber aber nichts. :shock: Oder muss mindestens ein Tag in der Woche frei sein? Wir fallen unter §9 ff des ArbZG.

    Ich bedanke mich!

  • Servus Jan S.,

    Ihr dürft pro Arbeitswoche (dabei ist die persönliche Arbeitswoche bzw. der persönliche Arbeitstag ausschlaggebend) durchschnittlich 48 Stunden arbeiten. Bezugszeitraum hierfür ist 6 Monate, vorausgesetzt Ihr habt keinen TV oder BV, die anderes regelt.

    Viele Grüße von B. b. B.

  • Wenn ich den § 11 (3) AbrZG richtig interpretiere, dann ist die Höchstdauer auf 20 Tage festgelegt.

    Aus eigener Erfahrung kann ich vom Ausnutzen dieses Zeitraumes aber nur dringend abraten.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • [quote="Moritz"]Wenn ich den § 11 (3) AbrZG richtig interpretiere, dann ist die Höchstdauer auf 20 Tage festgelegt.

    Moritz, wo hast du das rausgelesen ?
    § 11 regelt den Ausgleich für Sonn- und Feiertage. Samstag ist ein ganz normaler Werktag. Wenn tarifvertraglich nichtsgeregelt ist kann die Wochenarbeitszeit auch 60 Stunden betragen und muss innerhalb von 24 Wochen auf den Durchschnitt von 48 Wochenstunden ausgeglichen werden.

  • Hallo Rolfo,

    Moritz hat halt gerechnet: Arbeitest Du an einem Sonntag, zu dem Du diesen Ausgleichsanspruch erwirbst, dann hast Du am Sonntag vorher noch nicht gearbeitet, d.h. Du arbeitest maximal seit Montag davor, also den 7ten Tag; innerhalb von 14 Tagen hast Du Anspruch auf Freizeit. Dafür kommt jeder Werktag (Mo - Fr) der darauf folgenden 2 Wochen Betracht, also spätestens der Samstag 13 Tage drauf. D.h. 7 + 12 (weil der 13. Tag ja der Ausgleich ist) = 19 (nicht 20).

    Und sonst: Das ist natürlich zu viel, ich würde per BV eine Höchstzahl von Arbeitstagen am Stück festlegen, die deutlich drunter liegt. Kriegt man auch in jeder Einigungsstelle durch (haben wir auch schon gemacht).

    Grüsse Winfried

  • Hi Rolfo,

    im Absatz 3 des § 11 heißt es (Satz 1): Werden Arbeitnehmer an einem Sonntag beschäftigt, müssen sie einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist.

    Gehen wir also mal von dem Fall aus, dass der Kollege X in der ersten Woche voll durcharbeitet. Damit hat er 7 Tage am Stück gearbeitet. Der Ersatzruhetag muss ihm also vom 7. Tag (Sonntag einschließlich) innerhalb von 2 Wochen gewährt werden. D.h. wenn er die folgende Woche ebenfalls durcharbeitet, hat er bereits 14 Tage "auf dem Buckel", darf aber die folgende Woche nur noch bis zum Samstag arbeiten, da am Sonntag die Zweiwochenfrist abläuft. Damit komme ich auf die besagten 20 Tage. Mehr ist nicht drin.

    Selbstverständlich gelten alle andern von dir zitierten Regelungen außerdem. Hier ging es ja nur um die Frage, wieviele Tage am Stück. Und die Frage ob überhaupt am Sonntag gearbeitet werden darf ist ebenfalls nicht geklärt. Ich habe aber keine andere Rechtsgrundlage gefunden die den Fall des Durcharbeitens regelt.

    Gleichwohl will ich nicht ausschließen, dass es da noch etwas gibt, was ich gerade nicht im Blick habe oder gar nicht kenne.

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hi Winfried,

    schön dass du mich verstehst. Und du hast wahrscheinlich sogar recht. Da der Sonntag ja nicht als Ausgleichruhetag gilt, dürfen es nur 19 Tage sein. Meinetwegen.... <pff> ;)

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo,

    Rolfo: schön, dass Du nicht am Sonntag arbeiten mußt. :wink: Ich dankenswerterweise auch nicht. 8) Aber es gibt halt sehr viele, die müssen. :cry:

    Ausser dem §, den Moritz anführt, gibt es nichts, aus dem man eine gesetzliche Höchstzahl von Arbeitstagen am Stück ziehen könnte. Zumindest fiele mir nix ein.

    Regelungen per TV oder BV sind daher sicherlich sinnvoll.

    Grüsse Winfried

  • Hallo zusammen,

    das ganze ist noch etwas komplizierter, weil z.B. der freie Samstag vor dem freien Sonntag, mit dem Ihr gerechnet habt, bereits in die 14-Tage-Regelung reinfällt. Damit hättet Ihr schon den ersten Sonntag, der gearbeitete wurde, ausgeglichen. Ebenso wäre es für den 2. Sonntag, auch den kann ich noch aus der Vergangenheit ausgleichen. Und dann wird das ganze ziemlich lange, wo man ununterbrochen arbeiten kann (Ich will hier gar nicht mit dem Rechnen anfangen). Aber offensichtlich ist die Praxis, dass AG freie Tage der Vergangenheit für einen Sonntag als Ausgleich heranziehen auch durch die Rechtsprechung abgesichert. Zumindest unser RA hat dies so bestätigt.

    Gruß/Günther

  • Hi Günther,

    wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann käme ich so auf ein Maximum von 27 Tagen.

    25. Sa ---> Ausgleich für So. 02. d. Folgemonats
    26. So
    27. Mo
    28. Di
    29. Mi
    30.Do
    31. Fr
    01. Sa ---> Ausgleich für So. 09. d. Monats
    02. So Arbeit (1), am 25. d. Vormonats ausgeglichen
    03. Mo Arbeit (2)
    04. Di Arbeit (3)
    05. Mi Arbeit (4)
    06. Do Arbeit (5)
    07. Fr Arbeit (6)
    08. Sa Arbeit (7)
    09. So Arbeit (8 ), bereits am 01. ausgeglichen
    10. Mo Arbeit (9)
    11. Di Arbeit (10)
    12. Mi Arbeit (11)
    13. Do Arbeit (12)
    14. Fr Arbeit (13)
    15. Sa Arbeit (14)
    16. So Arbeit (15), wird am 29. d. Monats ausgeglichen
    17. Mo Arbeit (16)
    18. Di Arbeit (17)
    19. Mi Arbeit (18 )
    20. Do Arbeit (19)
    21. Fr Arbeit (20)
    22. Sa Arbeit (21)
    23. So Arbeit (22), wird am 06. des Folgemonats ausgeglichen
    24. Mo Arbeit (23)
    25. Di Arbeit (24)
    26. Mi Arbeit (25)
    27. Do Arbeit (26)
    28. Fr Arbeit (27)
    29. Sa <--- Ausgleich für 16. d. Vormonats

    Ey Alter, echt krass... Kriegt man bei einem solchen Arbeitsmodell den Strick mit der Lohnabrechnung geliefert? :evil:

    Da läuft es mir kalt den Rücken runter....

    Gruß

    Moritz

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Zusammen,
    ich komme nur auf max. 19 Tage am Stück...

    1. Woche > Mo - So = 7 Tage >der Sonntag muss innerhalb der nächsten 2 Wochen ausgeglichen werden
    2. Woche > Mo - So= 7 Tage >der Sonntag muss innerhalb der nächsten 2 Wochen ausgeglichen werden
    3. Woche > Mo - Fr = 5 Tage > der Sonntag der 1 Woche muss innerhalb von 2 Wochen ausgeglichen sein = Samstag frei

    Summa summarum = 19 Tage

    Die 19 Tage am Stück können nur 1x vorkommen, wenn mehrere Sonntage hintereinander gearbeitet werden soll. Auf 27 Tage komme ich schon gar nicht. Hinzu kommt, dass mind. 15 Sonntage beschäftigungsfrei sein müssen.

    Gruß
    Kokomiko

  • Hi Kokomiko,

    wir reden hier ja über eine rein theoretisches Konstrukt. Das geht ja schon mal damit los, das generell die Sonntagsarbeit unzulässig ist. Wenn aber jemand in einem Bereich arbeitet, wo die Sonntagsarbeit generell zulässig ist (z.B. Gastronomie, Pflegedienst) dann kann dieses Konstrukt entstehen. Das die Ausgleichstage vorgezogen werden können war mir auch neu, weshalb ich ja auch erst auf die 19 (bzw. irrtümlich 20) Tage gekommen bin.

    Es ging ja auch nicht darum zu behaupten, dass jemand auf diese Art und Weise das ganze Jahr über arbeiten dürfte. Das scheitert (zumindest bei einem 8 Stundentag) schon an der 48 Stundengrenze/Woche im 6-Monatsdurchschnitt. Und natürlich müssen die besagten Sonntage frei bleiben. Alles richtig. Wenn aber Sonntagsarbeit prinzipiell möglich ist, dann liegt die Grenze für den maximalen Marathon bei 27 Tagen. Unter normalen Umständen (und in sofern haben wir uns ein bisschen von Jan's Frage entfernt) liegt die Grenze bei 6 Tagen eben wegen § 9 ArbZG.

    Gruß

    Moritz

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  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.