Jahressonderzahlung in Abhängigkeit an den Krankenstand

  • Hallo liebe Betriebsratsmitglieder, und Kollegen,

    ich habe das Problem das bei uns die Firma früher andere Verträge ausgestellt hat als in den letzten 10 Jahren. Hierbei gibt es Differenzen die natürlich den Mitarbeitern ein Dorn in Auge ist.

    Z.B. Weihnachtsgeld wird bei den einen mit 95% und bei den anderen mit 30% gewährt.

    Bei den neuen Verträgen ist es so das sogar die Jahressonderzahlung abhängig ist von der Anwesenheit. (Anhang)

    -es geht darum ist es überhaupt rechtens 2 Verträge sogar innerhalt der Abteilung mit unterschiedlichen Konditionen zu haben.

    - darf überhaupt aufgrund von Krankheitstagen eine Sonderzahlung abhängig gemacht werden. (Diskriminierung von chronisch kranken)

    Bitte ich brauche Eure Hilfe da ich leider vom Vorsitzenden immer nur höhre musst halt gesund bleiben und die Geschäftsleitung will Geld einsparen.

    Evtl. könnt ihr mir auch die Gesetze und Paragraphen mitteilen, da ich sonst wohl kein Argument habe.

    Wäre super und ich bedanke mich schon im Vorfeld

    Danke

    Sandra

  • Hallo Sandra,

    wenn kein TV gilt, dann kann diese zahlung auch individuell vereinbart werden, du bekommst dann nichts und ich 200% einen Jahresgehaltes.

    Möglich ist da alles.

    Aus diesem Grund gibt es einen BR der Regeln mit dem Arbeitgeber vereinbaren kann und Gewerkschaften, die Taifverträge mit dem Arbeitgeber verhandeln können.

    Also gibt es den BR zu hinterfragen, nach welchen Regeln er die verteilung des zur verfügung stehenden geldes zugestimmt hat

    Gruß

    rabauke

  • Zitat von S.Neuffer

    es geht darum ist es überhaupt rechtens 2 Verträge sogar innerhalt der Abteilung mit unterschiedlichen Konditionen zu haben.

    Eindeutig ja. Plakatives Beispiel: Der eine Kollege arbeitet Vollzeit in der Abteilung, der andere kommt nur Montags und Mittwochs für 4 Stunden. Sie haben unterschiedliche Verträge, arbeiten aber in der gleichen Abteilung. Und was für die Arbeitszeiten gilt, kann so für alle anderen individuellen Vereinbarungen natürlich auch gelten. Es sei denn, du hast, wie der Rabauke ja schon angedeutet hat, eine Bindung an ein Gehaltssystem (egal ob Hausintern oder Gewerkschaft). Da ist es dann nicht mehr so einfach davon abzuweichen.

    Zitat von S.Neuffer

    darf überhaupt aufgrund von Krankheitstagen eine Sonderzahlung abhängig gemacht werden.

    Lies dir das hier bitte mal durch. Leider ja. Vor allem, wenn wie bei euch, die Regeln im Vorfeld per BV klar sind.

    Wenn ich deine Schilderung und den Ausschnitt der BV lese, dann vermute ich mal, ist damals folgendes passiert: der AG hat Neueinstellungen nur noch ohne die garantierte Sonderzahlung gemacht. Der BR wollte aber keine Ungleichbehandlung. Da es aber keinen allgemeinen Anspruch gab, hatte der BR kein Druckmittel um seine Position durchzusetzen und hat sich dann gesagt, bevor die Kollegen gar nichts bekommen, schlucken wir eben die (hauchdünn mit Puderzucker überzogene) Kröte. Blöd, aber zulässig.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Hallo Sandra,

    kann es ausserdem sein, dass du hier zwei verschiedene Sachen durcheinander bringst?

    In deinem Anhang geht es einmal um die Sonderzahlung und einmal um Zielvereinbarungen - das sind zwei verschiedene paar Schuhe.

    Gruß Marc

  • Also es ist so, wir haben einen Zielvereinbarung die ebenfalls anteilig ausbezahlt wird. Das ist nicht das Problem, es geht nur um das Geld das abhängig ist des Krankenstandes:

    Das Weihnachtsgeld ist so das 30% bezahlt werden und wenn man "gesund" bleibt bekommt man nochmals 30% das dürfen in meinem Fall nur 7 Tage sein.

    Die mit den alten Verträgen bekommen, egal wie oft Sie krank sind immer alles. Also immer 95% Weihnachtsgeld und keine Anwesenheitgeld.

    Es geht einfach um die Gleichberechtigung. Wir sind nur an einen Tarif angelenht (Verdi) aber nicht bindend.

    Der Passus im Arbeitsvertrag:

    Zusätzlich besteht ein Anspruch auf vermögenswirksame Leistungenin Höhe von monatlich... Die sonderzahlung richtet sich nach unserer gültigen Betriebsvereinbarung. Das Urlaubsgeld beträgt 50% des Monatsgehaltes. Die Jahressonderzahlung beträgt max.60% und ist abhängig von dem individuellen Krankenstand. Beide Ansprüche gewähren wir im Ein- und Austrittsjahr anteilig.

    Ich glaube ich verstehe das einfach nicht. Den Ausschnitt der BV ist ja im Anhang.

    Herzlichen Dank

    Sandra

  • Hallo Sandra,

    eigentlich ganz einifach.

    In D herrscht Vertragsfreiheit.

    d.H. grundsätzlich können die beiden Parteien (hier AG und AN) erst einmal alles vereinbaren wie sie es möchten.

    außer - es gibt gesetzliche oder betriebliche Regelungen die dagegen sprechen das wären dann z.B. Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen.

    Es gibt kein "alle sind Gleich" Gesetz. Es gibt das AGG.

    Und ja man kann Sonderzahlungen auch für Anwesenheit (oder halt nicht Krank Tage) ausloben - das hat aber imho genausoviel Vorteile wie Nachteile und muss nicht ungedingt zum Ziel führen (Krankheitstage zu reduzieren) - aber das ist ein anderes Thema :)

  • Servus.

    Zitat von S.Neuffer

    Wir sind nur an einen Tarif angelenht (Verdi) aber nicht bindend.

    Das haben einige unserer MA auch im AV stehen. Diese MA haben dann individualrechtlich auf Erfüllung des TV geklagt. Das ArbG hat dann zugunsten der MA entschieden. Die MA können sich bei uns freuen, da es die einzigen sind bei denen der TV gilt.

    Beste Grüße,

    Felltrompete


    Manche Menschen reden als könnten sie das Wasser teilen. Meistens bringen sie nicht einmal Wasser zum kochen!

  • Zitat von Felltrompete

    Diese MA haben dann individualrechtlich auf Erfüllung des TV geklagt. Das ArbG hat dann zugunsten der MA entschieden.

    Wenn ich die jüngste Rechtsprechung richtig im Kopf habe, ist das aber mit Vorsicht zu genießen und vorher genau zu prüfen.

    Lehnt der AG sich an einen Tarif an, ohne weitere Differenzierung, können die AN mit Recht auf Erfüllung klagen, da der AG nicht eingeschränkt hat, dass und welchen Teil er als verbindlich betrachten will. Fehlt es dann noch an einer entsprechenden Regelung, darf der AN den TV einfordern.

    Hier gibt es eine klare Regelung, wie mit Sonderzahlungen umgegangen wird. D.h. nach meinem Verständnis wird hier ein Arbeitsgericht erkennen, dass der AG genau spezifiziert hat, dass er sich in diesem Bereich ganz sicher nicht an den Tarif anlehnen will.

    Aber ein Versuch das näher von einem RA untersuchen zu lassen ist es allemal wert.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!