Auswikungen bei Annahme oder Ablehnung von BEM-Gesprächen durch den Mitarbeiter

  • Hallo liebe SBV´ler

    Ich bin nun ca 1 Jahr im Amt als Vertrauensperson der Schwerbehinderten.

    Ich rate meinen KollegenINNen immer dazu, eine Einladung zum BEM Gespräch auf keinen Fall abzulehnen.

    Es gibt aber immer wieder KollegenINNen, die ein solches Gespräch einfach nicht möchten. Aus welchen Gründen auch immer. Eine Beteiligung von meiner Seite soweit gewünscht biete ich natürlich ebenfalls immer an.

    Kann eine Ablehnung für den Mitarbeiter früher oder später negative Folgen haben? Kann sich der Arbeitgeber etwa bei einer Umsetzung oder gar Kündigung darauf berufen, dass der Mitarbeiter nicht bereit war ein ihm angebotenens BEM-Gespräch anzunhemen?

    Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen:

    Hierbei geht es mir um zwei Dinge

    1. Rein rechtlich Abhängigkeit

    2. Erfahrungen aus der Praxis

    Herzliche Grüße aus Aachen

  • Hallo,

    bei schwerbehinderten/gleichgestellten AN ist das BEM idR sowieso nicht das Mittel der Wahl.

    Hier ist vielmehr in erster Linie das Präventionsverfahren gem. § 167 Abs. 1 SGB IX die richtige Maßnahme.

    Ansonsten scheinen viele AN der irrigen Meinung zu sein, daß sie mit Ablehnung des BEM dann ihre Ruhe haben. Dies ist allerdings nicht unbedingt richtig. Auch nach der Ablehnung des BEM kann der AG sehr wohl allgemeine "Fehlzeitengespräche" führen, die dann u.a. sehr viel schneller in arbeitsrechtliche Maßnahmen münden können als im Rahmen eines BEM.

  • Guten Tag.

    Vielen Dank für die Information.

    Ein solches Verfahren ist in unserem Haus noch nie angewandt worden bzw. unbekannt.

    Bei uns läuft dies alles - wenn überhaupt - unter dem Begriff des BEM.

    Hier gibt es auch keine Unterscheidung zwischen behinderten und nicht behindreten Menchen. Der einzige Unterschied ist, dass ich als SBV bei schwerbehinderten MitarbeiterINNen hinzugezogen werde. Bei allen anderen Mitarbeitern ist ein Vertreter des Personalrates dabei.

    Ist der Begriff "Fehlzeitengespräche" irgendwo rechtlich verankert? Auch dieser Begriff als solches ist mir bei uns nicht bekannt.

    Bezgl. des Präventinsverfahrens werde ich mich mal ein wenig einlesen. Ich bin erst im ersten Jahr SBV und aufgrud längerer Krankheit erst seit August "aktiv im Geschäft". Daher muss ich wohl noch einiges lernen.:roll:

  • Hei Schorschii,

    solche Fehlzeitengespräche oder auch manchmal als Krankenrückkehrgespräch betitelt. Haben keine festen Namen einige AG nehmen dies als Personalgespräch oder auch einfach ach komm doch mal ins Büro wir wollen was besprechen. ;)

    Habt Ihr eine BV BEM? Dann sollten die Kollegen gut informiert werden von BR und SBV über den Sinn eines BEM Gespräches. Hier ist oft noch die Angst der AN das um Kündigungen geht und sie deswegen kein BEM haben möchten.

    P.S. das Bild würde ich raus nehmen, wegen der Anonymität nicht wegen deines Aussehens ;)

  • Hallo

    Der AG muss nach 6 Wochen ununterbrochener oder unterbrochener AU eines AN ein BEM anbieten.

    In diesem BEM soll geklärt werden ob die AU mit der Arbeit in Zusammenhang steht und was angepasst werden soll/kann.

    Nimmt der AN dieses Angebot nicht an kann nur eins passieren: Seine Arbeitsumgebung kann nicht seinen Bedürfnissen angepasst werden und wenn es eine Beanspruchung gibt wird diese wohl nicht abgestellt.

    Mehr nicht.

    Dem AN kann nicht rechtmäßig abgemahnt oder gar gekündigt werden. So es denn hier zum ersten male zu einem BEM Angebot gekommen ist.

    Um jemanden wegen häufiger AU zu Kündigen muss wesentlich mehr AU vorliegen als einmalig 6 Wochen.

    Bei erneuten 6 Wochen AU muss ein neues BEM angeboten werden.

    Spätestens beim 3. BEM im 3. Jahr würde ich als AN mal genauer überlegen dies wieder Abzulehnen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Hallo erco,

    bevor Du hier Fragesteller in die Irre führst,

    Zitat von erco

    Der AG muss nach 6 Wochen ununterbrochener oder unterbrochener AU eines AN ein BEM anbieten.In diesem BEM soll geklärt werden ob die AU mit der Arbeit in Zusammenhang steht und was angepasst werden soll/kann.Nimmt der AN dieses Angebot nicht an kann nur eins passieren: Seine Arbeitsumgebung kann nicht seinen Bedürfnissen angepasst werden und wenn es eine Beanspruchung gibt wird diese wohl nicht abgestellt. Mehr nicht.

    solltest Du Dich selbst vielleicht mal mit dem Unterschied von § 167 Abs. 1 und Abs. 2 SGB IX beschäftigten.

    Schorschii

    wenn Dir (bzw. Deinem AG und BR) Begriffe wie "Präventionsverfahren", "Inklusionsvereinbarung" und Arbeitgeberpflichten aus § 164 Abs. 4 SGB IX nach einem Jahr Amtszeit immer noch anscheinend völlig

    Zitat von Schorschii

    unbekannt

    sind, solltest Du vielleicht mal endlich eine Grundschulung für SBVen besuchen und danach die einschlägigen Aufbau- und Fachseminare.

  • Hallo whoepfner

    Der Fragesteller hat explizit nach SGB IX § 167/ 2 gefragt und wollte hier die Vor Bzw. Nachteile wissen.

    Zitat von Schorschii

    Ich rate meinen KollegenINNen immer dazu, eine Einladung zum BEM Gespräch auf keinen Fall abzulehnen.

    Und SB MA sind davon ja nicht ausgenommen.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Zitat von whoepfner:

    Hallo,

    bei schwerbehinderten/gleichgestellten AN ist das BEM idR sowieso nicht das Mittel der Wahl.

    Hier ist vielmehr in erster Linie das Präventionsverfahren gem. § 167 Abs. 1 SGB IX die richtige Maßnahme.

    das ich mit §167 Abs. 1 SGB IX ein BEM vielleicht auch verhindern kann bevor es zu längerfristigen Ausfällen kommt ist uns sicher allen klar.
    Leider passiert es auch mit Gesprächen/Massnahmen nach §167 das es zu der Notwendigkeit eines BEM Gespräches dann kommt. Und deshalb sollte man die Kollegen/innen dort nicht "ausgrenzen" weil ein anderes Verfahren das bessere Mittel ist.

    Und ich persönlich finde den Hinweis auf Schulungen nicht wirklich zielführend weil wir hier ein Formum haben in dem auch mal Fragen gestellt sind wenn man eine Meinung haben will oder sich nicht so auskennt.

  • erco &Suppenkasper

    Schon die Frage nach § 167 Abs. 2 SGB IX führt in die Irre, denn für schwerbehinderte/gleichgestellte AN ist nun mal Abs. 1 die spezielle Handlungsgrundlage.

    Und man kann auch zwischen den Verfahren nicht einfach so hin und herspringen, da sie von den Voraussetzungen, dem Ablauf und den Beteiligten sowie deren Rechten sehr unterschiedlich sind.

    Für eine SBV ist § 167 Abs. 1 ein zentrales Handlungsfeld, von dem man nunmal nach einem Jahr Amtszeit zumindest mal in Grundzügen (zB im SBV-1 Seminar) gehört haben sollte, wenn man sein Amt ernst nimmt.

    Denn auch bei der SBV ersetzt kein I-Net-Forum eine solide Grundlagenschulung.

  • Zitat von whoepfner

    Schon die Frage nach § 167 Abs. 2 SGB IX führt in die Irre, denn für schwerbehinderte/gleichgestellte AN ist nun mal Abs. 1 die spezielle Handlungsgrundlage.

    Hallo whoepfner,

    ich verstehe Deinen Satz so, dass die Prävention nach Abs. 1 als die spezielle Handlungsgrundlage die Anwendung von Abs. 2 verdrängt. Dies ist aber nicht richtig, das BEM-Verfahren steht ausdrücklich auch den Schwerbehinderten offen. Im Abs. 2 ist benannt, wer in diesem Fall das BEM-Team erweitert. Auch die auslösenden Tatbestände sind zwar ähnlich, aber nicht gleich.

  • Hallo

    Ich habe mir mal die Kommentierung, von unserem SBV, zum § 84 SGB IX 3. Auflage Feldes/Kohte/Stevens-Bartol genommen.

    Von 2015 deshalb noch §84. Da muss dringend ein neuer her.

    Ich bin kein SBV sondern BRV.

    Hiernach greift Abs. 1 frühzeitig, am besten noch vor Arbeitsaufnahme soll der Arbeitsplatz angepasst werden.

    Aber Abs. 2 ist dann im weiteren Verlauf anzuwenden.

    Aber da ich kein SBV bin lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Hallo Zusammen.

    Danke für die vielen Beiträge.

    Falls ihr richtig gelesen habt, bin ich erst seit 01.08.2019 im Amt, da ich vorher krankheitsbedingt komplett ausgefallen war. Vorher hat mein Vertreter die Arbeit übernommen. Ein Grundseminar habe ich bereits besucht und bis auf den Begriff der Präventionsmaßnahme ist/war mir alles weitere bekannt.

    Ich wollte nur mal fragen wie es aussieht wenn ein AN die Einladung zum BEM ablehnt. Dies eher aus der Praxis heraus als rein rechtlich.

    Ich rate meinen KollegenINNen immer dazu es anzunehmen und mich mit zu nehmen. Ich nehme mein Amt nämlich sehr ernst und helfe meinen KollegenINNen wo ich kann.

    Sorry, aber die Bemerkung fand ich sehr unpassend. Ich werde mir in Zukunft gut überlegen hier nochmal eine Frage zu stellen.

    Schönen Tag noch.

  • [Hallo


    QUOTE][USERNAME]Schorschii]Ich wollte nur mal fragen wie es aussieht wenn ein AN die Einladung zum BEM ablehnt. Dies eher aus der Praxis heraus als rein rechtlich.[/QUOTE][

    Ich würde sagen es kommt darauf an.

    Bei uns wurde das BEM vor unserer Übernahme eher nicht so gut durchgeführt.

    Das hat mich veranlasst den Kollegen zur Teilnahme abzuraten.

    Unsere BV wurde gekündigt und wir sind gerade dabei eine bessere zu verhandeln.

    Wir überlegen momentan einen Externen BEM Beauftragten zu installieren.

    Wenn es bei euch wirklich so durchgeführt wird das zum Ziel die Überwindung von AU ist würde ich schon den Kollegen rate teilzunehmen.

    QUOTE][USERNAME]Schorschii]Sorry, aber die Bemerkung fand ich sehr unpassend[/QUOTE]

    Welche Bemerkung meinst du?

    Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt, sei wachsam

    Reinhard Mey

  • Hallo,

    [QUOTE=Schorschii]

    Ich rate meinen KollegenINNen immer dazu es anzunehmen...

    [QUOTE]

    auch wenn kein Handlungsbedarf seitens des AG besteht, weil, sagen wir mal, ein privater Unfall Grund für die Fehlzeiten ist?