Einsichtnahme in die Lohn- u. Gehaltslisten / Aktuelles Verfahren vor dem BAG

  • Das mit den leitenden Angestellten kann und darf nicht sein.

    Bei einer BR Wahl werden die nach Kriterien ausgesucht. Deine Team und Abteilungsleiter sind definitiv (bis evtl. auf ein paar Ausnahmen) hier nicht dabei.

    Eine BV, dass alle Team und Abteilungsleiter leitende Angestellte sind, ist meiner Meinung nach nicht das Papier wert auf dem es steht... (Eine BV hebelt das Gesetz nicht aus).

  • Man überlegt nun die Einigungsstelle einzuschalten, um auch an die Gehaltslisten der "Leitenden Angestellten" zu kommen.

    Die Mühe könnt ihr euch sparen. Da ihr die Leitenden nicht vertretet habt ihr keinen Anspruch. Allenfalls der Wirtschaftsausschuss könnte hier zumindest Einblick in Bilanz nehmen und damit die Gehälter indirekt zuordnen. (Also zumindest die Gesamtsumme der an die Leitenden gezahlten Beträge ermitteln.)

    Mir erschließt sich gerade der Sinn nicht, wegen dieses Themas in den Krieg zu ziehen oder sehe ich da was falsch?

    Nein, "in den Krieg zu ziehen" um die Gehälter der Leitenden einzusehen, macht in der Tat überhaupt keinen Sinn (warum, hast du schon gut beschrieben)


    Ein für alle Mal zu klären, dass Abteilungs- und Teamleiter keine Leitenden sind, macht dafür umso mehr Sinn!

    Besagte "Leitende Angestellte" haben auch nicht an der BR-Wahl teilgenommen. Spielt sowas überhaupt eine Rolle?

    Sie standen nicht in der Wählerliste oder haben nur nicht daran teilgenommen?


    Wurden sie vom Wahlvorstand als Leitende deklariert/akzeptiert, seid ihr tatsächlich erst einmal raus (dann würde der AG aber keine Unterschrift unter die BV haben wolle, oder?).


    Haben sie aber lediglich an der Wahl nicht teilgenommen - und? Wir haben ein Wahlrecht - keine -pflicht!


    Erinnert mich an eine Wahl in unserem Unternehmen (schon ziemlich lange her). Ich saß im Wahlbüro (ob als Wahlvorstand oder Wahlhelfer kann ich heute gar nicht mehr mit Bestimmtheit sagen), als ein Kollege vorbei kam, der auch auf der Wählerliste stand.


    Es entspann sich folgender Dialog:

    "Hey ..., was ist mit dir? Möchtest du nicht wählen?"

    "Nee, ich bin doch Leitender."

    "Hä? Moment... du stehst hier in der Wählerliste, damit bist du kein Leitender."

    "Ich habe aber ein Schreiben des AG, das sagt was anderes."

    "Und wenn der AG dir schreibt, dass du eine Frau bist, kannst du dann Kinder kriegen?"


    Er hat dann nicht gewählt. Kann (und wollte) ich ihn ja nicht zu zwingen. Aber er hat verstanden, dass der Wunsch des AG und die Fakten nicht immer übereinstimmen.


    Wenn euer AG hier mit solchen unsinnigen Methoden versucht, eure Mitbestimmung auszuhebeln, wird es wohl Zeit, ihm mal die Sachlage kostenpflichtig von einem RA erklären zu lassen. Der RA ist dafür nicht Sachverständiger sondern "Sachmittel" zur Durchsetzung eurer Rechte. Erklärt ihm die Situation, lasst euch eine Beschlussvorlage geben und dann bekommt er in "erster Instanz" ein netten Brief vom RA in der dem AG die Rechtslage erläutert wird. Am besten gleich mit Kostennote und der Androhung bei weiterer Verweigerung gleich den weiteren Rechtsweg zu beschreiten.


    Dadurch, dass der RA schon eingeschaltet ist, sieht der AG, dass ihr es Ernst meint und der nächste Schritt ist nur noch einen Beschluss entfernt... ;)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!