Anzweifeln eines Arbeitsunfalles durch den AG

  • Hallo.

    Eben kam unser Sicherheitsbeauftragter(nicht SiFa) zu mir und sagte er habe zweifel an einem Unfallhergang. Eine Kollegin aus der Verwaltung habe sich den Kopf gestoßen. Sie nahm daraufhin zwei Tage Urlaub, erschien am Do wieder auf Arbeit, ist aber nun Krank geschrieben weil sie Kompfschmerzen/Gehirnerschütterung oder so habe.

    Er wolle den Vorgang so mit Urlaub und Zeitausgleich im Unfallbericht notieren und dazuschreiben er habe Zweifel am Hergang. Wir haben dann gemeinsam ins Verbandbuch gesehen und da war auch ein Zeuge benannt. Da hat er auf einmal zurückgerudert und er wolle den Zweifel nicht mehr anbringen sondern nur noch schreiben das die Kollegin nach dem Unfall 2 Tage Urlaub hatte und zwischenzeitlich wieder an der Arbeit war.

    Kann der Arbeitgeber den Hergang oder die Rechtmäßigkeit des Arbeitsunfalles anzweifeln?
    Als BR muss man ja den Unfallbericht unterzeichnen. Kann der BR das ablehnen wenn er erkennt die darstellung könnte negative Folgen für den MA haben?

  • Anzweifeln kann ich erstmal alles, auch das die Erde keine Scheibe ist...

    Was der AG davon hat, keine ahnung denn die Beiträge der BG zahlt er sowieso.

    Es sei denn der MA hat vielleicht schon öfter Arbeitsunfälle gehabt die, na sagen wir mal, kurios sind, dann würde ich als AG das auch mal hinterfragen.

    ansonsten kann tatsächlich der MA eher Probleme bekommen wenn die BG den Unfallbericht mit den Zweifeln liest

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Zitat von Club-Mate

    Er wolle den Vorgang so mit Urlaub und Zeitausgleich im Unfallbericht notieren und dazuschreiben er habe Zweifel am Hergang. Wir haben dann gemeinsam ins Verbandbuch gesehen und da war auch ein Zeuge benannt. Da hat er auf einmal zurückgerudert und er wolle den Zweifel nicht mehr anbringen sondern nur noch schreiben das die Kollegin nach dem Unfall 2 Tage Urlaub hatte und zwischenzeitlich wieder an der Arbeit war.(Hervorhebung durch den Zitierenden)

    Das liest man ja auch immer wieder in den Unfallberichten bei der Polizei "der Verunfallte wurde von dem Fahrzeug erfasst und ging in den Folgetagen ins Kino und ins Schwimmbad. Dort hat er sich wohl nicht genügend abgetrocknet, weswegen die vorhandenen Knochenbrüche wohl auf Knochenerweichung durch Überfeuchtung zurückzuführen sind"...

    WARNHINWEIS: Der vorherige Absatz enthält nicht nur Spuren von Ironie!

    Ein Unfallbericht soll (er)klären, wie es zu einem Unfall gekommen ist. Punkt! Alles was später war, hat darin nichts zu suchen, weil es ursächlich mit dem Unfall nichts zu tun hat!

    Ich würde dem Sicherheitsbeauftragen mal den Puls fühlen und fragen, ob er vielleicht seinen Sheriff-Stern vermisst... Menschen gibt's....

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • wenn ich als BR zweifel an dem Unfallbericht habe, dann schreibe ich das auf dem Unfallbericht den ich unterzeichne.

    Damit es aber zu meinem unfallbericht kommt, der an die BG geht, muss erstmal der Unfall meldepflichtig werden. Solange der nicht meldepflichtig ist steht im Unfallbuch:

    Herr Maier hat sich bei Aufstehen am Türrahmen den Kopf gestoßen, Kopfschmerzen bekommen, eine tablette genommen und dann die Arbeit eingestellt. Zeuge des Unfallhergangs Frau Müller, Kenntnisnahme des Vorgesetzten umgehend, betreuender Ersthelfer Herr Pimpelmus

    Solange keine AU vorliegt wegen diesem Unfall ist er nicht meldepflichtig.

    gruß

    Rabauke