Verschwiegenheitspflicht?

  • Hallo zusammen,

    vielleicht könnt ihr mir meine Frage beantworten. Darf ich einem Mitarbeiter mitteilen, dass er eine Gehaltserhöhung bekommt, wenn ihn das Gremium dafür vorgeschlagen hat? Oder fällt das auch unter den § 79 BetrVG?

    Danke für eure Info.

  • Das Gremium schlägt das vor? Und wenn der AG das dann nicht will? also ich würde das ok des AG zu dem Vorschlag abwarten und dann ja, tue Gutes und rede darüber, aber nicht bei denen denen du nichts Gutes getan hast...

    Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so. (Epiktet, gr. Philosoph)

  • Habe mich falsch ausgedrückt. Wir hatten vorgeschlagen, der AG stimmt zu und wir hatten es auch zur anschließend zur Zustimmung auf dem Tisch. Also die Erhöhung ist definitiv durch.

  • hallo Mellissa,

    es ist allein die Aufgabe des Arbeitgeber mitzuteilen, wenn es zu einer Gehaltserhöhung kommt. Dem Mitarbeiter aber mitteilen, dass eine Eingruppierungsüberprüfung vom Betriebsrat für ihn beim Arbeitgeber beantragt wurde und der BR alles tut, damit eine Gehaltserhöhung erzielt wird kannst du problemlos sagen, sobald ihr Aktiv werdet.

    ich schreibe den AG dann immer über email an und in BCC steht dann der Name des Kollegen der Kollegin für die wir Aktiv sind damit diese Sieht, das wir was tun.

    Gruß

    Rabauke

  • Zitat von Melissa

    Darf ich einem Mitarbeiter mitteilen, dass er eine Gehaltserhöhung bekommt, wenn ihn das Gremium dafür vorgeschlagen hat? Oder fällt das auch unter den § 79 BetrVG?

    Da dein Fall weder Betriebs- noch Geschäftsgeheimnis ist, und nur um die geht es im § 79 BetrVG, ist die Antwort ganz klar: dürfen schon.

    Ob es taktisch/politisch immer klug ist, dazu haben die Kollegen ja schon was geschrieben.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Es gibt Chef's die daruf extrem sauer reagieren - Sie möchten die "Guten Nachrichten" gerne selbst überbringen.

    Oder es gibt plötzlich das Gegenteil: namlich "schlechte" Nachrichten und der Chef sagt Euch: Ach sagt ihr ihm das mal, dann muss ich mir das Geplärre nicht anhören.

    Deswegen halte ich es mit dem Grundsatz: Chef beantragt - BR stimmt zu - Chef kann es dem AN mitteilen.

    Wenn mit dem Chef besprochen ist, das wir den MA vorab informieren sollen / dürfen - mach ich das halt. Ist aber eher selten der Fall.

  • Zitat von Moritz:

    Da dein Fall weder Betriebs- noch Geschäftsgeheimnis ist, und nur um die geht es im § 79 BetrVG, ist die Antwort ganz klar: dürfen schon.

    Ob es taktisch/politisch immer klug ist, dazu haben die Kollegen ja schon was geschrieben.

    na nur weil der BR zugestimmt hat muss der AG das doch nicht umsetzen. Es ist immer noch ein Individualanspruch.

    Daher aus meiner Sicht weiterhin nein, nicht der BR sondern nur der Arbeitgeber kann den Mitarbeiter mitteilen, wenn dieser eine gehaltserhöhung bekommt. Oder will zukünftig das BR-Mitglied, dass es dem Mitarbeiter sagt die gehaltserhöhung aus seiner Tasche zahlen, wenn der AG es nicht umsetzt?

    Nicht umsetzen ist bei uns schon passiert und leider auch schon, dass ein einzelnes BR-Mitglied vorher gequatscht hat. Aussage des Arbeitgebers zu dem Mitarbeiter der sich nach seiner Gehaltserhöhung erkundigt hatte: Ich haben Ihnen da nicht zugesagt, wenn ein anderer Ihnen Geld versprochen hat, dann verlangen Sie doch das Geld von dem, der Ihnen mehr versprochen hat. Ich war es nicht. Meiner Meinung nach ist ihr Gehalt funktionsgerecht. Die Anfrage beim BR war fehlerhaft.

    Daher Moritz, es ist nicht die Aufgabe des BR und auch nicht die Zuständigkeit des BR Arbeitsvertragsdaten mit dem Mitarbeiter auszuhandeln und Zuzusagen (im Namen des Arbeitgebers).

    Gruß rabauke

  • Vielen Dank für Eure Meinungen.

    Ich werde es künftig so halten, dass wir den MA sagen, dass wir sie vorgeschlagen haben. Über das Ergebnis informiere ich dann aber nicht mehr.

    Dass nach unserer Zustimmung keine Umsetzung folgt, kann ich mir bei uns nicht vorstellen.

    Nochmal danke und liebe Grüße

    Melissa

  • Zitat von Rabauke

    Daher Moritz, es ist nicht die Aufgabe des BR und auch nicht die Zuständigkeit des BR Arbeitsvertragsdaten mit dem Mitarbeiter auszuhandeln und Zuzusagen (im Namen des Arbeitgebers).

    Darüber brauchen wir nicht eine Sekunde zu streiten. Die Fragestellung war aber nunmal nach dem DÜRFEN und dem § 79 BetrVG. Mit letzterem hat das gar nichts zu tun und wir sind Betriebsräte, keine Geheimräte.

    Deswegen bleibe ich dabei: dürfen schon - wirklich klug ist das eher nicht.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • dürfen darfs du eben nicht dem Mitarbeiter sagen, dass er nun höher gruppiert ist und mehr geld bekommst (ich weis ich kacke Korinten) weil nicht der BR höher gruppiert!

    Was du ihm maximal sagen kannst (auch wenn ich das für Unklug halte) der BR hat bei dem Arbeitgeber eine Höhergruppierung gefordert. Nun hat der Arbeitgeber beim Betriebsrat die Ungruppierung beantragt. Diesen Antrag haben wir zugestimmt.

    in dem Moment wo der BRV oder wer auch immer sagt, du bekommst ab nächsten Monat mehr Geld weil du umgruppiert bist übernimmt diese BR-Mitglied Arbeitgeberpflichten! Nicht sein Job.