BV Zeiterfassung

  • Hallo zusammen,

    in unserem Unternehmen wird ein Zeiterfassungssystem eingefuehrt und eine dazugehoerige BV ist z.Z. in Arbeit. In der Anlage sind die 3 Berechtigten Administratoren namentlich aufgelistet. Der GF, die Personalverantwortliche und als Stellvertretung unsere Auszubildende. Und hier ist unser Problem. Wir haben die interne Ausschreibung der Vertretungsregelung eingefordert und der AG verweigert dies. Nun ist in der BV unsere Auszubildende namentlich genannt. Da sie aber auch anderen Abteilungen zugeordnet sein wird, kann sie unserer Meinung nach die Vertretung nicht umfassend durchfuehren.

    Wie ist hier die Rechtslage, bzw. kann mir jemand mitteilen wo ich dies nachlesen kann?

    Besten DANK!

  • Hallo Andrea Katja,

    die Rechtslage ist da ziemlich eindeutig. Ihr legt gemeinsam mit dem Arbeitgeber fest, wer auf welche Weise auf die Daten zugreifen darf. Wenn zwischen euch und dem Arbeitgeber keine Einigung erzielt werden kann, dann entscheidet die Einigungsstelle. §87 Abs.1 Ziffer 6 BetrVG

    Wobei sich mir die Frage stellt, ob diese drei wirklich AdminRechte haben müssen. Normal gibt es in solchen Systemen neben dem Admin auch noch abgestufte Benutzerrechte die in meinen Augen auch ausreichend sein müssten. Dies lässt sich aber nur durch einen Blick in die Bedienungsanleitung des Systems feststellen.

    LG

    Markus

    "Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind" Aristide Briand

  • Puh...

    Also mal so ganz grundsätzlich: Namen von Personen in einer BV "fest zu verdrahten" ist ein eher unglücklicher Gedanke. Was passiert, wenn die Person das Unternehmen verlässt oder schlicht den Namen wechselt?

    Üblicherweise werden, gerade bei solchen BVen, Funktionen definiert. Also in eurem Fall: Geschäftsführer, Personaltante und Sachbearbeiter Arbeitszeitkonten.

    Ebenso wird in der BV festgelegt, welche Rechte welche Rolle erhält.

    Und ja, solch eine BV unterliegt voll der Mitbestimmung, kann also auch in die E-Stelle "getrieben" werden.

    Was das angeht

    Zitat von Andrea Katja

    Aber da steht nicht das wir ein Mitbestimmungsrecht in Bezug auf die Auswahl der Personen haben bzw. welche Personen wir unter welchen Gründen ablehnen können.

    macht euch bitte zunächst einmal folgendes klar: wenn im Gesetz keine Gründe angegeben sind (wie z.B. im § 99 (2) BetrVG), dann seid ihr da auch nicht eingeschränkt. Ihr verhandelt mit dem AG auf Augenhöhe. Welche Gründe hat er denn? Üblicherweise doch auch nur: "ich will das aber so haben." Da reicht dann ein "Wir aber nicht" vollkommen aus. Worauf ich hinauswill: bei der E-Stelle wäre es gut vernünftige Argumente zu haben. Vorher braucht es die nicht wirklich. ;)

    D.h. prinzipiell könntet ihr also selbstverständlich versuchen in der BV festzulegen, dass ihr ein Mitspracherecht bei der Besetzung der Rollen haben wollt. Wirklich erzwingen werdet ihr es aber, zumindest in diesem Fall, wohl nicht können.

    Die Kontrolle der Arbeitszeitkonten gehört eindeutig in den Bereich des AG. Und der ist nun einmal frei darin zu entscheiden, wen er mit Erledigung von welchen Aufgaben betraut.

    Hier also zu sagen, wir wollen aber Lieschen Müller nicht, ist schwer zu verargumentieren (auch wenn (wie schon gesagt) es an der Stelle erst einmal noch gar keine Argumente braucht). Was ihr aber machen könnt, ist z.B. in der BV festzulegen, dass die Funktion als Sachbearbeiter Arbeitszeitkonten (ich bleibe jetzt einfach mal bei dem Terminus) nur AN zugeteilt werden darf soll, die eine bestimmte Qualifikation haben und/oder bestimmte Voraussetzungen erfüllen. (Denn als BR argumentieren wir doch nicht gegen die Kollegin Lieschen, sondern immer auf der Sachebene, gell?)

    Viel Erfolg dabei!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • ich gehe noch weiter,

    welche Recht habt ihr als BR mit welcher Rolle?

    Wir haben in der BV zu diesem thema geregelt:

    der BR Leserechte für alle Zeitdaten die im System sind

    Die Sachbearbeiter Personalbüro: Lese und Bearbeitungsrechte für alle Zeitdaten

    die Zeitdatenbeauftagten: Lese und Bearbeitungsrechte für den Personenkreis dem Sie zugeordnet sind

    Vorgesetzte: Leserechte für die Mitarbeiter, die ihnen zugeordnet sind

    Mitarbeiter. Zugriff auf seine Daten

    dann im Anhang (der immer Aktualisiert wird, wenn eine Veränderung es erforderlich macht)

    die Namen der Personen die die Rolle Personalbüro erfüllen

    die Namen der BR-Mitglieder die Zugriff haben (bei uns der Arbeitszeitausschuss)

    die Zeitdatenbeauftragten mit dem Kostenstellen, auf die Sie Zugriff haben

    Die Vorgesetzen mit den Mitarbeiterkreisen der Kostenstelle, auf die Sie Zugriff haben

    und immer gilt, wenn der Arbeitgeber nicht mit euch verhandeln will, ihr aber der Meinung seid, dieses ist für euch wichtig, dann Hinzuziehung eines RA und Einigungsstelle anrufen weil Verhandlungen gescheitert sind.

    hiervor scheuen sich die AG dermaßen (meine Erfahrung) weil das nicht nur Kostenintensiv ist, sondern weil dann noch andere Themen hochpoppen (auf die einen der Anwalt bringt), an die vorher kein Mensch gedacht hat, z.B. wenn es bei euch nicht in der BV geregelt werden soll, wer ist verantwortlich für die Verfahrensrichtlinie (Funktion benennen, z.B. Werkleiter), wie wird der Datenschutz eingehalten, wie sieht die Schnittstellendefinition aus, wo steht der Server (standort, Land, ect.) gibt es eine Cloud udn wie ist die abgesicehrt gegen zugriff dritter, Datenverarbeitung im Auftrag, was passiert wo mit den daten, damit hieraus das richtige Entgelt entsteht.....sehr komplex wenn es um persönliche Daten geht.

  • Team-ifb

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