Eigenkündigung - Job nach Bandscheibenvorfall nicht mehr machbar

  • Hallo liebe Forengemeinde,

    es gibt immer wieder Fälle in der BR Arbeit die neu sind und man sich noch nicht damit beschäftigt hat. Einen solchen Fall hat mir nun gerade eine Kollegin geschildert.

    Die Kollegin ist seit 23 Jahren bei uns im Betrieb tätig. Bis zu ihrer doppelten Bandscheiben OP war sie im Versand eingesetzt. Diese Tätigkeit, kann sie aufgrund ihres Krankheitsbildes nicht weiter ausführen.

    Sie möchte nun natürlich, gerade nach der langen Betriebszugehörigkeit, nicht selber kündigen. Dieses wird ihr allerdings vom Personaler und vom Vorgesetzten empfohlen, da die keinen Posten im Unternehmen sehen, wo sie eingesetzt werden könnte.

    Wie ist hier die Rechtslage? Muss sie tatsächlich selber kündigen? Eine Sperre vom Arbeistamt würde sich nicht erhalten, da ihr Arzt ihr bescheinigt, dass sie zukünftig nicht mehr der schweren körperlichen Tätigkeit im Versand nachkommen kann.

    Ich würde mich freuen von euch zu hören!

    Viele Grüße

  • Hallo,

    die "Rechtslage" ist zuerst mal § 167 Abs. 2 SGB IX (bis 31.12.2017 § 84 Abs. 2), also die Durchführung eines BEM.

    Dann wird sich ja zeigen, ob nicht doch - ggfs. mit Maßnahmen der beruflichen Reha - eine Ersatzbeschäftigung möglich ist.

    Und genau davor will sich der AG drücken, wenn er eine Eigenkündigung empfiehlt.

  • Hallo.

    NATÜRLICH kündigt die AN nicht selber.

    Wie Wolfgang schon schrieb, hier ist erstmal der AG in der Pflicht, und um diese Pflicht, das BEM, will der AG sich drücken. Eventuell muss er dann eine Ersatzbeschäftigung anbieten?

    Und selbst wenn das dann scheitert: Soll doch bitte der AG krankheitsbedingt kündigen. Warum will man ihm diese Arbeit abnehmen?

    Weiter, hat die AN einen GdB, ist sie schwerbehindert oder gleichgestellt oder hat einen entsprechenden Antrag laufen?

    Grüsse Winfried

  • Zitat von MarcoP.

    Die Kollegin ist seit 23 Jahren bei uns im Betrieb tätig. Bis zu ihrer doppelten Bandscheiben OP war sie im Versand eingesetzt. Diese Tätigkeit, kann sie aufgrund ihres Krankheitsbildes nicht weiter ausführen.

    Sie möchte nun natürlich, gerade nach der langen Betriebszugehörigkeit, nicht selber kündigen. Dieses wird ihr allerdings vom Personaler und vom Vorgesetzten empfohlen, da die keinen Posten im Unternehmen sehen, wo sie eingesetzt werden könnte.

    Auf keinen Fall selbst kündigen.

    Wie groß ist der Betrieb? Hat Die Kollegin einen GDB oder Antrag gestellt?

    Wenn der Personaler behauptet sie könnte nicht woanders eingesetzt werden muss er das belegen und es gibt doch sicherlich noch was anderes wie den Versand. Wie schon geschrieben zuerst BEM daraus ergeben sich noch weitere Maßnahmen z.B. Anpassung des Arbeitsplatzes, Reha, Kur, usw.

    Winfried und Whoepfner haben schon die Vorgehensweise beschrieben.

  • Hallo Marco,

    die Eigenkündigung ist natürlich keine Option, das ist klar. Hat die Kollegin einen Schwerbehindertenantrag laufen? War sie nach der OP in Reha? Macht sie eine Eingliederung?

    Habt Ihr eine BEM BV? Ist die SBV im Boot (wegen zu erwarteter Schwerbehinderung und gegebenenfalls zur Beratung einen entsprechenden ANtrag zu stellen)?

    Sollte die Kollegin schwerbehindert sein, ist eine Eigenkündiguing trotz Attest vom Arzt eventuell mit einer Sperrzeit versehen. Sie hat schon durch die 32 Jahre Betriebszugehörigkeit eine lange Kündigungsfrist, bei einer Schwerbehinderung oder wenn der Antrag läuft, kommt ein verschärfter Kündigungsschutz dazu.

    Ihr dürft auf keinen Fall dem AG einen Gefallen tun und ihr zur Kündigung raten. Auch im Versand kann man u.U. einen Arbeitsplatz mit Hilfe der Rentenversicherung und/oder Intergrationsamt entsprechend umgestalten.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.