Wieviel Freizeit zwichen Schichten?

  • Hallo und - wenn auch recht spät - noch ein gesundes neues Jahr!

    Bei uns gibt es mal wieder Unzufriedenheit bzw. Unsicherheit, was den Dienstplan betrifft.

    Wir haben bei einer ohnehin sehr knappen Personaldecke seit ca. 3 Monaten zwei Langzeitkranke. Das heißt, die zu besetzenden Schichten werden unter den arbeitsfähigen MA verteilt.

    Nun kommt es natürlich, wie es kommen muss, die MA müssen richtig ranklotzen. Jetzt sprach mich einer von ihnen an. So sahen seine letzten Tage/Wochen aus:

    7 Tage Schicht

    1 Tag Frei

    9 Tage Schicht

    1 Tag frei

    3 Tage Schicht

    Und dann abwarten, ob die Kollegen wiederkommen oder weiter AU sind.

    Die Frage, die jetzt vermehrt auftaucht, ist die Frage, ob dieser 1 Tag frei zwischen so vielen Schichten gesetzeskonform ist oder ob die MA ein Recht auf mehr Freizeit zwischen den Schichten haben. Habt Ihr da paar Tipps oder gar Links zu betreffenden Regelungen?

    LG

  • Hallo,

    sind halt zu wenig Informationen, um genaue Aussagen zu machen! Welche Branche? Gesundheitswesen ist was anderes als Bau oder Nahverkehr. Welche Wochenarbeitszeit, welche BV zu Überstunden.... Frei sein muss (mit Ausnahmen) der Sonntag bzw. Ersatzruhetag innerhalb von 10 Tage. Ansonsten kann man schon mal 10 Wochen 6 Tage lang arbeiten.

  • Sorry, meine Angaben waren etwas dürftig.

    Wir arbeiten in einem Kraftwerk zur Energieversorgung. MTV AVEU vorhanden.

    Wochenarbeitszeit laut MTV 38 Std., die Schichtler haben 40 Stunden.

    Normal klappt ja auch alles relativ gut. Aber in solchen Fällen wie jetzt stoßen die MA auch mal ihre Belastungsgrenze.

    Sie möchten halt gern wissen, ob sie auf ein längeres Frei bestehen können. Ich befürchte nämlich, dass so bald die nächsten AU reingeflattert kommen.

    Und dann gehts los mit 12-Stunden-Schichten über Wochen.

    Das Problem ist halt, wenn keine Leute da sind, muss das Kraftwerk abgefahren werden, was natürlich in die Zigtausende EUR Verluste geht und daher werden die Dienstpläne immer schön abgenickt.

  • Zitat von Kieslheuerin

    Das Problem ist halt, wenn keine Leute da sind, muss das Kraftwerk abgefahren werden, was natürlich in die Zigtausende EUR Verluste geht und daher werden die Dienstpläne immer schön abgenickt.

    Sieht für mich so aus als würde der AG das Betriebsrisiko auf die AN abwälzen.

    Warum stellt er nicht mehr Personal ein oder fängt Ausfälle (Urlaub muss auch berücksichtigt werden) mit Leihpersonal ab.

    Natürlich kann er das so eine Zeit lang treiben und auf der letzten Rille fahren. Langfristig wird der Krankenstand steigen.

  • Zitat von Lockerflockig:

    Sieht für mich so aus als würde der AG das Betriebsrisiko auf die AN abwälzen.

    Warum stellt er nicht mehr Personal ein oder fängt Ausfälle (Urlaub muss auch berücksichtigt werden) mit Leihpersonal ab.

    Natürlich kann er das so eine Zeit lang treiben und auf der letzten Rille fahren. Langfristig wird der Krankenstand steigen.

    So sehe ich das ja auch. Mehr Personal bzw. Leihpersonal verursacht Kosten. Zumal Leihpersonal (ohne jetzt schlecht machen zu wollen) nicht die nötige Spezialisierung hat, um ein Kraftwerk zu fahren.

    Der AG ruht sich darauf aus, dass es "bis jetzt ja immer geklappt hat". Viele der Kollegen trauen einfach nicht, da was zu sagen. Sie haben Angst davor, dass sie dann vom AG die Schuld bekommen, wenn das Kraftwerk steht. Und die, die dann was sagen, werden als Stimmungsmacher abgetan.

    In einem anderen Kraftwerk unseres Unternehmens war es tatsächlich mal soweit, dass aus Personalmangel abgefahren werden musste. Die haben das durchgezogen.

    Aber was soll ich meinen Kollegen raten? Dem AG muss man immer mit genauen Gesetzen oder Vorschriften kommen. Und selbst dann wird erst mal auf Zeit gespielt. Ich sag ja schon immer, wenn es gesundheitlich gar nicht mehr geht (die MA sitzen zum Teil auch mit Grippe etc. auf Arbeit), sollen sie zum Arzt gehen. Wenn was chronisch bleibt, dankt es einem niemand. Aber dann haben sie Angst, dass wegen Ihnen dann die Verluste entstehen.

    LG

  • Hallo

    also wie schon gesagt, Einspruch geht, wenn die Schichtpläne erstellt bzw. geändert werden. Da hat der BR Mitbestimmung. Gleichbehandlung nach billigem Ermessen. Da sollten auch die Stundenkonten der MA mal herangezogen werden. Wie sieht der Wirtschaftsausschuss die Kosten-Verlustrechnung wegen Personalmangels? Wie ist die Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich der psychischen Belastung wegen der vielen Zusatzschichten? Wenn die Kollegen sich krank zur Arbeit schleppen unterstützen sie ja nur noch den AG mit seiner Fehlplanung. Habt ihr schon mal Überlastungsanzeigen gemacht?

  • Hallo,

    das ArbZG gibt dem AG leider (zu) viele Freiheiten. Solange im Jahresdurchschnitt 1 Tag pro Kalenderwoche frei ist und dieser Tag mindestens 15x/Jahr ein Sonntag ist, ist für das ArbZG grundsätzlich alles in Butter.

    Und durch die Regelungen des § 11 mit den Ersatzruhetagen (die sowohl im Nachhinein als auch im Voraus gewährt werden können, sind auch bis zu 33 (!) Tage arbeiten am Stück theoretisch möglich und gesetzlich zulässig.

  • Zitat von aus die maus:

    Hallo

    also wie schon gesagt, Einspruch geht, wenn die Schichtpläne erstellt bzw. geändert werden. Da hat der BR Mitbestimmung. Gleichbehandlung nach billigem Ermessen. Da sollten auch die Stundenkonten der MA mal herangezogen werden. Wie sieht der Wirtschaftsausschuss die Kosten-Verlustrechnung wegen Personalmangels? Wie ist die Gefährdungsbeurteilung hinsichtlich der psychischen Belastung wegen der vielen Zusatzschichten? Wenn die Kollegen sich krank zur Arbeit schleppen unterstützen sie ja nur noch den AG mit seiner Fehlplanung. Habt ihr schon mal Überlastungsanzeigen gemacht?

    Stundenkonten werden schon mit herangezogen. Aber es gibt Kollegen, die lehnen jegliche zusätzliche Schicht ab (aus gesundheitlichen Gründen), die liegen mit ihren Stunden optimal. Und es gibt Kollegen (immer die gleichen), die zu allem Ja und Amen sagen und losrennen, sobald der Chef mit Finger schnippst. Dadurch haben sie dann natürlich hunderte von Plusstunden. Alles was dann am Jahresende über der Grenze liegt, wird bezahlt. Also NICHT in Freizeit abgegolten.

    Gefährdungsbeurteilung ist auch so eine Sache. Die wird jährlich vom Chef fortgeschrieben. Jetzt auch mit einer kleinen Textpassage bezüglich der psychischen Belastung, die ich mal einfgen musste. Das war es.

    Bei der Kostenrechnung werden auch die Risiken betrachtet - wie hoch ist das Risiko, dass auf Grund Personalmangels Verluste durch Anlagenstillstand entstehen? Hm... Bisher noch kein Stillstand deswegen, also Risiko gegen Null.

    Risiko von extra Kosten bei Ausstockung des Personals: 100%. Ergo bleibt alles so, wie es ist.

    Also ich bin kein Wirtschaftsexperte, aber so ungefähr ist das Denkmuster hier.

  • Hallo,

    es ist immer schwierig wenn die Kollegen selber glauben sie müssen den "Laden" am Laufen halten. Auf die hat man kaum Einfluß.

    Und wenn Kollegen aus gesundheitlichen Gründen Überstunden verweigern, muss das erstmal okay sein. Sonst habt Ihr ganz schnell zwei Gruppen: Die "Guten" und die "Bösen".

    Gefährdungsbeurteilung ist auch so eine Sache. Die wird jährlich vom Chef fortgeschrieben. Jetzt auch mit einer kleinen Textpassage bezüglich der psychischen Belastung, die ich mal einfgen musste. Das war es.

    Warum lasst Ihr das mit Euch machen? Was hast Du denn in der der kleinen Textpassage reingeschrieben?

    Jetzt müst Ihr den Kollegen dringend zu Überlastungsanzeigen raten. Und Ihr solltet weitere Überstunden einfach mal nicht genehmigen. Jedenfalls nicht ohne genaue Absprache, wie lange, wie soll dies abgefangen werden u.s.w.

  • Hallo.

    Sowohl bei der Arbeitszeit als auch bei den Gefährdungsbeurteilungen hat der BR Mitbestimmung. Aber nach Deinen Schilderungen hier hat man ja leider den Eindruck, Euer BR befindet sich 12 Monate jährlich im Winterschlaf...

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Bitte entschuldigt die späte Antwort, war gesundheitlich ziemlich angeschlagen.

    Winterschlaf macht der BR nicht. Aber durch die gefühlte 1000000. GPO ist der BR sehr stark eingebunden, so dass die "Wehwehchen" der MA etwas ins Abseits geraten. Ich habe schon so oft die ganzen Probleme angesprochen, aber es kommt leider nichts zurück :(

    Und Du hast Recht, Elisabeth, es gibt bereits GUte und Böse bei uns. Dadurch herrscht fast permanent dicke Luft bei uns. Und leider ist es auch tatsächlich so, dass einige MA meinen, sie müssen ran, damit der Laden läuft. Sie haben schlichtweg Angst, dass ihnen sonst etwas passiert.

    Es ist halt nur immer schwer für einen, wenn sie bei Dir ihren Frust rauslassen und meckern, es aber bei der nächsten Gelegenheit wieder genaus so machen.

    LG

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.