Arbeitgeber argumentiert mit Direktionsrecht im Fall einer Versetzung.

  • Hallo, hallo liebe Community!

    Der Arbeitgeber hat wie folgt umstrukturiert: Aus Sachbearbeitern mit ein bisschen Projektmanagement werden Projektmanager mit Kundenkontakt und einem Projektteam, das sie anleiten sollen.
    Erst wollte der Arbeitgeber diese Veränderung dem BR als „Stellentitel-Veränderung“ untermogeln.
    Das hat der BR aber mit Hinweis darauf, dass sich mehr als 20% der Tätigkeit ändert, verhindern können und der Arbeitgeber hat dem BR dann mehrere Versetzungen vorgelegt, denen der BR auch zugestimt hat (der Betrieb unterliegt keinen Tarifvertrag).
    Nun ist aber einer der Kollegen nicht damit einverstanden jetzt eine höherwertige Tätigkeit für das gleiche Geld zu verrichten und hat sich geweigert den Arbeitsvertrag mit dem neuen Stellentitel zu unterschreiben. Darauf hat der Arbeitgeber dem Kollegen ein Versetzungsschreiben mitgeteeilt, worin er schreibt: "Gemäß Arbeitsvertrag steht uns das Recht zu, Ihnen eine andere gleichewertige Tätigkeit, die ihrer Ausbildung und ihren Fähigkeiten entspricht, zu übertargen. Der BR hat dieser Versetzung zugestimt."

    Meine Frage, da der Arbeitgeber den Betriebsrat ja angehört hat, weil es sich ja um eine Versetzung handelt (mithin mehr als 20% der Tätigkeit ändert sich), kann der Arbeitgeber doch nicht mit dem Direktionsrecht begründen den unwilligen Kollegen auf die neue Stelle zu nötigen. Oder doch?

    Viele Grüße
    Kintana

  • Hallo.

    Eine Verständnisfrage: Wenn der AV eine Versetzungsklausel enthält und der BR einer Versetzung zugestimmt hat, warum sollte der AG sein Direktionsrecht im Rahmen des AV nicht ausüben dürfen? Die Zustimmung des BR ist doch nebst der AV-Klausel gerade die Voraussetzung dafür? Gibt es hier eine relevante Information, die Du uns unterschlagen hast?

    Ist die neue Tätigkeit denn nun gleichwertig der alten oder ist sie höherwertig? Denn daran u.a. hängt die Frage, ob die Versetzung im Rahmen des AV zulässig ist oder nicht. Spontan würde ich ja sagen, dass die Bezeichnung "SachbearbeiterIn" Personal- und Führungsverantwortung sowie Projektmanagement nicht mit einschließt. Dass der AG ursprünglich neue AVe vorlegte, spricht auch dafür, dass er das ursprünglich auch so sah und jetzt halt die Machtkarte auszuspielen versucht.

    Zwischenfrage: Habt Ihr ein Eingruppierungssystem?

    Warum der BR allerdings Versetzungen auf höherwertige und dann unterbezahlte Tätigkeiten zustimmt, die noch dazu vermutlich gar nicht von den Arbeitsverträgen der AN gedeckt ist, bleibt mir bislang ein Rätsel. Habt Ihr da geschlafen?

    Grüsse Winfried

    "Wenn Arbeit etwas schönes und erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." (Paul Lafargue)

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.