Beschwerden der AN mit BR

  • Hallo liebe Forumgemeinde... Wer kann mir sagen, wie wir mit Beschwerden der Belegschaft über Zustände/Vorgesetzte oder andere Beschwerden nach § 84 BetrVG reagieren können?

    Der Arbeitnehmer kann ja n ein Mitglied des Betriebsrats zur Unterstützung oder Vermittlung hinzuziehen.

    Wir hatten gestern unsere kost. Sitzung und alle unerfahrene, aber engagierte und motivierte BR(11) Mitglieder. Schulungen beginnen erst Ende August.

    Wie läuft die die Bearbeitung einer Beschwerde von Arbeitnehmern nach § 84 BetrVG ab? Bedarf es einen Beschluss nach Eingang einer Anfrage/Beschwerde? Kann ,um eine schnelle Klärung zu erreichen, die BR Vorsitzende telefonisch unbürokratisch auch bei der Vorgesetzten nachfragen oder muss es auch schriftlich und formal ablaufen?

    Vielen Dank schon mal

  • Moinsen,

    Zitat von Inirimi

    Bedarf es einen Beschluss nach Eingang einer Anfrage/Beschwerde?

    Du musst hier klar unterscheiden zwischen der Beschwerde gem. § 84 und § 85 BetrVG.

    Bei Beschwerden gem. § 84 BetrVG ist der BR (bzw. ein Mitglied des Gremiums, dass der AN gerne dabei haben will) lediglich, na nennen wir es mal moralische Schützenhilfe. D.h. der BR dient als Moderator und unterstützer. No more, no less.

    Erst wenn sich ein AN gem. § 85 BetrVG beschwert, muss der BR im Gremium darüber sprechen und per Beschluss darüber befinden, ob es die Beschwerde für gerechtfertigt erachtet oder nicht. Mit diesem Beschluss wendet der BR sich entweder an den AN (hömma, wir können nicht nachvollziehen, was du da monierst) oder an den AG (Lieber AG, der Kollege hat ja so Recht - tu was!)

    Zitat von Inirimi

    Kann ,um eine schnelle Klärung zu erreichen, die BR Vorsitzende telefonisch unbürokratisch auch bei der Vorgesetzten nachfragen oder muss es auch schriftlich und formal ablaufen?

    Das ist eine politische Frage, die dir hier niemand beantworten kann. Es gibt AG, die wollen mit so etwas nicht belatschert werden und sind froh, wenn Dinge "unter sich" geklärt werden. Und es gibt AG, die bestehen darauf, dass der BR nur mit dem AG reden darf und der dann entscheidet, ob er mit den zuständigen Personen redet oder nicht.

    Und in wiefern der BR sich daran hält oder sich hinstellt und sagt: die Fakten klären wir immer auf dem kleinen Dienstweg, wenn es an die Maßnahmen geht, bist du lieber AG selbstverständlich im Boot, ist genau die politische Dimension, die ihr für euch entscheiden müsst.

    Will sagen: geht ihr an die betroffenen Stellen, ist es ein Unterschied, ob ihr nur fragt: hömma, Kollege X sagt... erklär mal, was ist denn da los? Oder ob ihr euch hinstellt: Kollege X hat gesagt... das geht so nicht, ändere das!

    (Bei letzterem würde der AG euch mit Recht in die Parade fahren, ersteres kann er euch nicht verbieten.)

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Danke für die Antwort.

    Wie ist so deine Erfahrung: wir sind gerade konstituiert und möchten mit der Belegschaft in Kontakt kommen.

    Es gibt eine ganze Reihe von "Beschwerden" über Vorgestetzte, über Bedingungen etc.

    Frage: können wir auf die Belegschaft zugehen, uns vorstellen und sie bitten/ermuntern , uns ihre "Beschwerden",Fragen, Probleme oder Anregungen zuzuleiten?

    Gibt es Formblätter für die AN, die meißten haben Probleme bei schriftlicher Verfassung...

    Die erste Betriebsversammlung wird für Ende September geplant.

    VG Inirimi

  • Immer langsam mit den jungen Pferden...

    Ihr habt es gerade mal in den Sattel geschafft und wollt gleich Military reiten?

    Will sagen: haltet euch erst einmal ein wenig bedeckt. Die Kollegen werden sich schon bei euch melden, aber wenn ihr jetzt anfangt "Probleme zu acquirieren", schürt ihr nur Erwartungshaltungen, denen ihr nicht gerecht werden könnt.

    Setzt euch erst einmal für euch selber hin und macht euch Gedanken, wo euch der Schuh drückt und welche Themen ihr angehen wollt. Ich bin sicher, da werdet ihr viele Übereinstimmungen feststellen.

    Und nein, Formblätter gibt es nur, wenn ihr welche erstellt. (immer gern genommen wird übrigens Passierschein A38 ) Wenn ihr also keine bürokratischen Hürden aufbauen wollt, lasst ihr sie einfach weg. Eine simple Gesprächsnotiz reicht dafür: setzt euch hin, hört zu, schreibt es auf und fragt ob ihr alles verstanden habt.

    Aber nochmal: sortiert euch erst einmal selber! Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut!

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.