Arbeitszeit/Verteilzeitraum

  • @all

    Ich wünsche Euch ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr :D

    Und nun zu meinem Anliegen: In unserem Tarifvertrag steht:" Die regelmäßige wöchentl. Arbeitszeit (an den Werktagen) beträgt 40 Std. ausschließl. der Pausen. Wird wöchentlich an mehr als 5 Werktagen gearbeitet, so darf die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit 8 Std. nicht überschreiten. Die regelmäßige tarifliche wöchentliche Arbeitszeit von 40 Std. kann auch im Durchschnitt eines Verteilzeitraumes von bis zu 12 Monaten erreicht werden."

    Jetzt gibt es große Debatten, da wir aufgrund von neuen Aufträgen von 2 auf 3 Schichten gehen. d.h. dass bei 3 Schichten der AN in 5 Tagen nur auf 37,5 Std kommt und somit in der Frühschichtwoche auch Samstags arbeiten muss um die fehlenden Stunden aufzuholen. Riesenärger :evil:

    Ich denke, dass der AG das lt. der Formulierung im Tarifvertrag dies so machen kann.

    Wie seht ihr das?

    Danke für Eure Meinungen.

    Viele Grüße,

    Löwenzahn

  • Hallo,

    zunächst auch von mir die besten Neujahrswünsche an alle!

    Zur Sache:

    Der Tariftext setzt die Eckpunkte.

    Diese gilt es in der Regel mittels Betriebsvereinbarung zu präzisieren (Beginn und Ende der AZ, Lage der Pausen, Schichtplan usw.; alles mitbestimmungspflichtig).

    Voraussetzung für eine Betriebsvereinbarung ist, dass auch ein BR existiert.

    Gibt es keinen, so kann der AG das so anordnen, wie du es beschrieben hast.

    Der zwölfmonatige Verteilzeitraum führt nicht automatisch dazu, dass samstags die 40 Stunden "aufgefüllt" werden müssen. Der Samstagsarbeit müsste auch durch den BR zugestimmt werden.

    Es gibt viele Betriebe, die z.B. saisonale Schwankungen auffangen, indem zeitweise mehr als 40 Stunden gearbeitet wird (bis zu 48 sind gesetzlich möglich, manche Tarife lassen hier auch mehr zu), dafür wird in Zeiten mit weniger Arbeit entsprechend kürzer gearbeitet, damit man im Jahresduchschnitt auf die 40 Stunden kommt.

    Wenn ihr noch keine BV zu dem Thema habt, solltet ihr euch da mal dran machen, eine für euren Betrieb und eure Belegschaft maßgeschneiderte Lösung zu finden, kann ja auch zeitlich begrenzt sein.

    Gruß

  • nun, Ihr seit als BR nun am Zug.

    in einer BV ist zu regeln, wie die AZ verteilt wird.

    Was haltet ihr von Übergabezeiten?

    Bei uns hatte der Arbeitgeber vor 30 Jahren ähnliches versucht.

    Wir haben daraufhin gesagt, du willst zu diesen Zeiten arbeiten lassen, Nachtschichten sind belastend, dieses ist wissenschaftlich bewiesen. Wir brauchen weiterhin Übergabezeiten, auch das steht fest. Wir wollen nicht den Samstag!

    Unser Angebot, nach jeder Schicht gibt es 15 Minuten Übergabezeit, so dass die schichtzeiten wie folgt sind

    Frühschicht von 5:45 bis 14:15 mit Pause von 30 Minuten (8h Arbeitszeit)

    Spätschicht von 14:00 bis 22:30 mit Pause von 30 Minuten (8h Arbetiszeit)

    und Nachtschicht von 22:15 bis 06:00 mit Pause von 30 Minuten (7,75 h Arbeitszeit)

    die fehlenden 15 minuten Arbeitstäglich, also im Mittel 25 Minuten je Schicht (5x15/3) und Woche schenkst du den MA, da Nachtschicht eh ungesund ist und diese fehlenden 15 Minuten auf Nachtschicht eine Gesundheitsforderungsmaßnahme sind. Wenn du da nicht mitgehts, gibt es mit unserer Zustimmung keine 3-Schichtregelung.

    Dann muss du halt mit uns in die Einigungsstelle und wir klären das ganze dort.

    RA werden wir uns dazu aussuchen, jede Partei 2 RA und 3 Betriebsvertreter ist unser Vorschlag. Kosten muss du eh dann übernehmen. Als Vorsitzender zur Einigunsstelle schlagen wir Prof. Deubner vor.

    Auf Einigungsstelle hatte er keine Lust, also wurden die 25 Minuten je Schicht und Woche geschenkt und der AG hat seine 3-Schicht bekommen.

    Mittlerweile haben wir tariflich die 35 Stundenwoche und arbeiten an 7 tage die woche mit 5 Schichten und keiner macht minus ;).

    Also 168 Stunden Anwesenheitszeit = 175 Stunden bezahlte Arbeitszeit, hauptsche die Maschinen laufen durch.

    Wenn ihr 20 Minuten Übergabezeit macht (ich weis ja nicht was bei euch erforderlich ist) dann kommt ihr eh auf null Stunden aufzuholen aus.

    Gruß

    Rabauke

  • Das Problem an der Sache ist, dass die Maschine laufen muß und der Tag nunmal nur 24 Std. hat - wir aber mindestens die 40 Std. brauchen um die Aufträge zu erfüllen. Somit nutzen uns auch keine Übergabezeiten.

    So schön das ist, dass Aufträge da sind, stellt uns das schon vor eine große Herausforderung. Wir haben nächste Woche einen Termin mit der GL ... mal schauen, was die sich vorstellen :roll:

    Viele Grüße,

    Löwenzahn

  • Hallo,

    wenn die Fertigung kontinuierlich laufen muss und dazu Menschen gebraucht werden, benötigt ihr doch erst recht Übergabezeiten oder verstehe ich nur was falsch?

    Bei "Geisterschicht" mit vollautomatisierter Produktion wären ja vermutlich weniger MA nötig.

    So habe ich auch schon gearbeitet, Rüsten usw. nur auf Früh- und Spätschicht, die Nachtschicht unbemannt.

    Gruß

  • Hallo loewenzahn,

    als KollegIn würde ich Euch einen solchen Schichtplan auch um die Ohren hauen. :lol:
    Aber Euer TV würde eine solche Regelung erlauben! Die durchschnittliche wöchentliche AZ von 40 Stunden ist eingehalten und die werktägliche AZ von 8 Stunden wird nicht überschritten.

    Habt Ihr die verschiedenen Möglichkeiten einer Schichtplanung durchgespielt?
    Hier findest Du diverse Beispiele, wie sich Euer Problem vielleicht besser lösen lässt.

    Gruß
    Kokomiko

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.