Ausfall von Provision durch Umstrukturierung

  • Hallo zusammen,

    folgende Situation:

    Die Kollegen im Aussendienst bekommen ein Fixum plus Provision für jedes im festgelegte Vertriebgebiet verkauftes Teil.

    Durch den Wegfall einer Abteilung ist eine Produktguppe (Sparte) und damit großer Teil der Provision nun nicht mehr erreichbar. Ein Ausgleich in Form eines höheren Fixums oder höhere "Provisionierung" anderer Produktgruppen ist nicht erfolgt.

    Einige Kollegen schätzen den Ausfall im 5-stelligen Bereich (gut 10 % des Jahreseinkommens).

    Bisher zuckt der AG mit den Schultern und meint, dass die Kollegen dies durch den Verkauf anderer Produkte kompensieren müssten. Dies ist aber unrealistisch. Ein Ausgleich wird nicht möglich sein.

    Frage:

    Darf der AG einen solchen Eingriff in den Provisionsteil des Einkommens überhaupt ohne Rücksprache, Ausgleich... vornehmen? Auch wenn dies indirekt über die Aufgabe einer Sparte und nicht direkt über eine Änderung der Provisionsregelung erfolgt ist? Das geringere Einkommen ist ja "nur" die Folge der Maßnahme.

    Der BR ist zur Zeit von einem Kollegen angesprochen worden. Weitere Kollegen werden sich ggf. noch melden.

    Wie ist hier Eure Einschätzung?

    Danke

    Gruß Kowi

  • Ah, so Dinge liebe ich ja, wenn einseitig im Nachgang die Spielregeln verändert werden...

    Gibt es dazu eine BV? Dann könntet ihr darüber eure Mitwirkung in der Problemlösung evtl. einfordern?

    Alternativ würde ich § 87 (1) Ziffern 10 und 11 BetrVG in die Waagschale werfen.

    Wer fragt ist ein Narr - für fünf Minuten. Wer nicht fragt bleibt ein Narr - sein Leben lang!

  • Eine BV gibt es nicht.

    Alle direkt betroffenen Kollegen sind einvernehmlich in andere Bereiche gewechselt. Von daher ist die Geschichte korrekt abgelaufen, der BR wurde auch schon im Vorfeld informiert.

    Das Ganze war aber nicht - auch vom BR - durchdacht. Der Ausfall, den die Aussendienstler nun verspühren. Es gab zwar hier und da Anmerkungen. Nun, nach den ersten Monaten, kommt aber ernsthafterer Protest auf.

    Bei den Provisionen haben wir uns als BR bisher zurückgehalten. Am Vertrag für den Kollegen an sich ändert sich aktuell ja auch nichts, nur eine recht lohnenswerte (weil Provision erzeugende) Produktgruppe fällt weg. So merkt es was auf dem Konto.

    Ob man hier Arbeitsrechtlich überhaupt etwas erwirken kann? Ich glaube als BR können wir nicht viel machen.

    Gruß Kowi

  • Hallo,

    nachdem nun die Maßnahme lt. Deinen Worten schon längst unter Beteiligung des BR vollzogen ist, dürfte für den BR auf kollektivrechtlicher Basis keine Eingriffsmöglichkeiten mehr bestehen. Da muß zukünftig eben der BR genauer hinschauen.

    Ob evtl. noch individualrechtliche Ansprüche der AN ggü dem AG geltend gemacht werden könnten, hängt von der Art und Weise der "Einvernehmlichkeit" ab und auch von den vorher gültigen Verträgen.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.