Umstrukturierung

  • Hallo zusammen,

    bei uns in der Firma, findet momentan eine Umstrukturierung statt, in dem Sinne, das Mitarbeiter in eine andere Abteilung versetzt werden, zum Teil auch in höhere Positionen. Das Einzige was dabei auf der Strecke bleibt sind die entsprechenden Gehaltserhöhungen. Laut Aussage der betreffenden Mitarbeiter wurde ihnen gesagt: " Wir schauen erstmal und können dann im Frühjahr über mehr Geld reden". Einen entsprechend geänderten Arbeitsvertrag soll es wohl auch nicht geben.

    Was kann man in so einem Fall als BR tun oder den Mitarbeitern als Tipp für die weiteren Verhandlungen mitgeben ?

    Vielen Dank schonmal im Voraus :)

  • Gehaltsverhandlungen sind Individual- oder Tarifrecht. Als BR ist man da aussen vor. Als Betroffener sollte man sich die Sachverhalte schriftlich geben lassen, denn nur Papier ist geduldig.

  • Der BR ist - ich gehe mal davon aus - zu den Versetzungen zu hören. Da kann der BR auch in die Genehmigung reinschreiben, dass er spätestens am xx.xx.15 über die Neueinstufung anzuhören ist.

  • Hallo,

    ja ihr könnt verlangen, das nach §93 Arbeitspätze intern ausgeschrieben werden. Wenn ihr es noch nicht gefordert habt, dann tut dies jetzt.

    Gruß

    Hubertus

    Ich habe als Kind nicht laufen gelernt um heute zu kriechen.

  • Hallo,

    was bislang nicht bedacht oder nicht erwähnt wurde, ist folgendes: Es handelt sich hier ja nicht nur um Versetzungen, sondern auch um Umgruppierungen.

    Versetzung: Der Einsatz auf einer "höherwertigen" Stelle ist zum Einen mit einer erheblichen Änderung der Umstände verbunden (...), unter denen die Arbeit zu leisten ist.

    Umgruppierung: Zum Anderen muss auch von der Eingruppierung - also letztlich bzgl. der Vergütung - mit dem Wechsel der Tätigkeit eine Neubewertung vorgenommen werden, womit es bei einer höherwertigen Tätigkeit zu einer entsprechend höheren Eingruppierung kommen muss, sprich: es muss eine Höhergruppierung vorgenommen werden.

    Der BR ist nach § 99 I BetrVG sowohl bei den Versetzungen als auch bei den Umgruppierungen zu beteiligen. Man könnte somit z.B. den Versetzungen zustimmen und die zu niedrigen Eingruppierungen ablehnen. Vorausgesetzt natürlich, dass ein Entlohnungssystem nach TV oder BV besteht (wenn das nicht besteht, sollte man schnellstens in Verhandlungen üpber eine BV eintreten).

    Grüsse Winfried

  • Hallo,

    mal ne andere Frage? Wie ist das denn wenn es umgekehrt ist. Dass heißt, wenn MA runtergestuft werden sollen, geht das denn? Bei uns inder Firma sieht es so aus, dass gerade mal viele Stellen neu-/umbesetzt werden. Der eine oder andere MA wurde früher vom entsprechenden Vorgesetzten bevorzugt, indem er z.B. festes Gehalt statt Lohn bekommen hat. Der Vorgesetzte ist jetzt raus.

    Nun wird vom Neuen geprüft, ob diese Löhne gerechtfertigt sind.(Sind sie nicht!)

    Können diese MA so einfach neu eingruppiert werden?

  • Hallo,

    Du vermengst hier zwei Ebenen, die individual- und die kollektivrechtliche.

    Zum Einen haben die AN offensichtlich individuell eine Entlohnung vereinbart, und diese darf vom AG nicht einseitig geändert werden. Um also weniger zu zahlen, müßte der AG entweder mit den AN entsprechend übereinkommen, oder er müßte eine Änderungskündigung aussprechen (die dann vor Gericht keinen Bestand haben dürfte).

    Zum Anderen besteht eine bestimmte Eingruppierung in ein betriebliches Lohngefüge. Das regelt aber nur Mindestansprüche, mehr darf der AG immer bezahlen - und das muss er auch, wenn es individuell vereinbart wurde. Es kann also sein (das wäre zu prüfen), dass der AG die AN herabgruppieren darf, er darf aber deswegen nicht den vereinbarten Lohn absenken.

    Grüsse Winfried

  • Hallo gelfi,

    wie ist die Eingruppierung bei Euch denn überhaupt geregelt? Greift ein TV oder wurden Eingruppierungrichtlinien per BV vereinbart?

    So sehen manche TV auch eine Höhergruppierung vor, wenn höherwertige Tätigkeiten vorübergehend übertragen werden.

    Und wenn umstrukturiert wird, hat sich Euer BR doch bestimmt schon mal mit den §§ 92 - 98 BetrVG beschäftigt, oder nicht? Ggf. sollte man sich auch mal den § 111 BetrVG ansehen.

    Gruß
    Kokomiko

  • Hallo,

    bei uns gilt der TV für die gewerblichen MA. Für MA mit Festgehalt gibt es (noch) keine Richtlinie.

    Wenn ich Winfried richtig verstehe, können sich die MA mit Festgehalt erst einmal weiter auf ihren Privilegien ausruhen (z.B.: keine Elektronische Zeiterfassung, höheres Gehalt).

    Ich danke Euch für die Antworten.

  • Nein,

    "auf ihren Prvilegien ausruhen" können sich die betroffenen AN nicht, aber sich darauf verlassen, dass der AG den AV erfüllt.

    Und das hier ...

    Zitat von unkrautesser:

    keine Elektronische Zeiterfassung

    ... ist ein klassischer Mitbestimmungstatbestand, d.h. dass der BR hier durchaus für diese AN eine Regelung mit dem AG verhandeln kann.

    Grüsse Winfried

  • keine Elektronische Zeiterfassung

    ... ist ein klassischer Mitbestimmungstatbestand, d.h. dass der BR hier durchaus für diese AN eine Regelung mit dem AG verhandeln kann.

    Das ist uns ja bekannt. Allerdings sitzen im BR mehr MG mit Festgehalt als mit Tariflohn und die halten (noch) nicht soviel von elektronischer Zeiterfassung :roll:

    Aber ich gehe davon aus, dass der neue Vorgesetzte sich nicht so vera..... lässt. Im Übrigen sind die betroffenen MA seit sie die Nachtstunden stempeln müssen (ganz neu), AU.

  • Team-ifb

    Hat das Thema geschlossen.